Berufsschulklassen mit Asylbewerber in Weiden und Neustadt/WN
Chance für junge Flüchtlinge

Wer geht schon gern zur Schule? Diese 140 jungen Leute tun es. Hochmotiviert sind in Weiden und Neustadt/WN sieben Berufsschulklassen mit Asylbewerbern ins neue Schuljahr gestartet.

Weiden. (ca) Hochmotiviert: Das gelte für die rund 140 Schüler und ihre Lehrer gleichermaßen, sagt Koordinator Manfred Wichmann. Wer nicht mitzieht, riskiert seinen Platz. Und der ist begehrt: Nicht alle Interessenten konnten aufgenommen werden. Es gibt eine Warteliste.

Flüchtlinge reißen sich um diese Chance. Etwa 20 bis 25 junge Männern musste Wichmann ablehnen und auf Februar vertrösten. "Heute habe ich noch einmal mit der Regierung telefoniert." Ergebnis: Eine weitere Klasse wird so kurzfristig nicht genehmigt, erst zum Halbjahr kann eine weitere Klasse gebildet werden.

Nur acht Frauen

Die sogenannten "Internationalen Förderklassen" gehen über zwei Jahre. Am Ende soll ein Schulabschluss stehen und der Kandidat reif für eine Berufsausbildung sein. Auch Praktika in Firmen gehören dazu. Fünf Klassen (zwei in Neustadt/WN, drei in Weiden) starten heuer neu. Zwei Klassen in Weiden gehen ins zweite Jahr. Das Projekt richtet sich an minderjährige Flüchtlinge, die berufsschulpflichtig sind. Nach Möglichkeit werden auch etwas ältere Bewerber aufgenommen. Nur 8 der 140 Schüler sind Frauen.

Für die jungen Flüchtlinge - in der Mehrheit aus Syrien und Afghanistan - sind die Internationalen Förderklassen eine Riesenchance. Die Ausbildung ist praxisorientiert. Im Werkstattbereich stellen Schüler gerade die ersten Werkstücke in Metall und Holz her. "Die sind voll begeistert", sagt Wichmann. Wer? "Die Schüler. Und die Lehrer sowieso." Und Koordinator Wichmann natürlich auch. Er legt besonderen Ehrgeiz in das Projekt: "Das ist ein Superkonzept, das dem Staat viel Geld kostet. Dann muss es auch effektiv sein."
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