Bündnis ist bunt stellt Aktionen für 2017 vor
Farbenfrohe Zeichen gegen braune Hetze

Viele Pläne für das neue Jahr: Die Mitglieder des Bündnisses "Weiden ist bunt" trafen sich zur Jahreshauptversammlung. Bild: otj
Politik
Weiden in der Oberpfalz
29.11.2016
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"Weiden ist bunt" hatte sich gegründet, als seinerzeit Rechtsradikale einen Marsch durch die Stadt angemeldet hatten. Heute gibt es das Bündnis immer noch - aus gutem Grund, wie sich die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung einig waren. Das Jahresprogramm 2017 könnte auch FC-Bayern-Fans interessieren.

(otj) Das Mittel für die Arbeit gegen rechts sind für die Mitglieder nicht Beschimpfungen oder Gewalt, sondern Aktionen, Veranstaltungen, Zeichen setzen. So war mit Dagmar Nick eine Zeitzeugin des Hitler-Faschismus zu Gast, um aus ihrem Buch über die Geschichte ihrer Familie zu lesen. Von den Nazis als Halbjüdin eingestuft, forschte sie nach dem Krieg über den Teil ihrer Familie, die dem jüdischen Glauben angehörte.

Farbenfrohe Zeichen


Mit dem Integrationsrat der Stadt Weiden habe man sich außerdem an der Aktion zum Internationalen Tag gegen Rassismus beteiligt. Die Bürger waren aufgerufen, sich mit bunten Regenschirmen an der Kundgebung zu beteiligen und ein farbenfrohes Zeichen zu setzen.

In Kooperation mit dem Deutschen habe man die Idee von einem internationalen Maibaum umgesetzt und sich an den Interkulturellen Wochen der Agentur für Arbeit beteiligt. Das Weltbürgerfest im Café Mitte, die Unterstützung der Kampagne "Schule ohne Rassismus" und die aktive Rolle bei der dritten Demokratie-Konferenz stehen für das Engagement des Bündnisses.

Auch im kommenden Jahr werden die Mitglieder nicht die Hände in den Schoß legen. Einen ersten Höhepunkt wird eine Veranstaltung rund um einen Präsidenten des FC Bayern München sein: Kurt Landauer, der im Dritten Reich schikaniert, aus dem Verein gedrängt und schließlich ins KZ gesperrt wurde. Ihm hat der Verein gemeinsam mit Fans eine Ausstellung gewidmet, zu der begleitend ein Dokumentarfilm gezeigt wird. Voraussichtlich wird die Bilderschau am 19. April mit zahlreichen Gästen eröffnet.

Der Höhepunkt des zweiten Halbjahres soll das Weidener Seifenkisten-Rennen werden, das der Stadtjugendring in Planung hat. "Wir wissen, dass wir damit keinen Nazi zum Umdenken bringen, aber wir können unsere Inhalte positiv in der Öffentlichkeit darstellen", erläuterte Ewald Zenger.

Dafür suchen die Macher noch Bündnispartner und Sponsoren. Vereine sollen möglichst bunte Boliden bauen und sich dann am Rennen beteiligen. Das Rennen ist nicht das erste seiner Art. Das Bündnis "Weiden ist bunt" sucht im Vorfeld Informationen, Bilder und andere Inhalte zu vorangegangenen Rennen. Weitere Themen des Abends waren der richtige Umgang mit Populismus und der AfD sowie die Finanzen des Vereins.
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