Bürgerliste bestätigt Reinhard Meier als Vorsitzenden
"Die Mitte der Stadtgesellschaft"

Der neue Vorsitzende der Bürgerliste ist der alte: Reinhard Meier (Sechster von rechts) bleibt zwei weitere Jahre im Amt. Unterstützung bekommt er von der neugewählten Vorstandsriege. Bild: Kunz

Die Bürgerliste (BL) steht womöglich vor einem Umbruch an der Spitze. Aber erst in zwei Jahren. So lange will Vorsitzender Reinhard Meier auf jeden Fall Chef bleiben. Warum auch nicht? Die BL ist mit sich schließlich zufrieden. Mit anderen dagegen nicht.

Reinhard Meier bleibt für weitere zwei Jahre Vorsitzender der Bürgerliste (BL). Er behält sich aber vor, danach den Platz für Jüngere freizumachen. Die Jahreshauptversammlung trug die Entscheidung am Mittwochabend im "Hotel zur Heimat" einmütig. Die BL gibt es seit 9 Jahren, aktuell hat sie 90 Mitglieder. Sie ist vom Altersdurchschnitt her nach eigenen Angaben die jüngste politische Gruppierung in Weiden.

"Bei uns sind beinahe aus jeder demokratischen und politischen Richtung Personen Mitglied", sagte Meier. "Wir dürfen uns daher berechtigt als die echte Mitte einer pluralistischen Stadtgesellschaft bezeichnen." Die Bürgerliste diskutiere alle Themen und kümmere sich um die Sorgen und Nöte der Bürger. "Wir schenken aber auch reinen Wein ein."

Weiter spenden


Einzig das Wohl der Stadt zähle. Und dies sei nicht bloß Gerede. Allein drei Großvereine in Weiden (Schwimmverein, DJK und Turnerbund) mit insgesamt 7300 Mitgliedern würden von Mitgliedern der Bürgerliste geführt. Unverändert sei die Abgabe eines Teils der Aufwandsentschädigungen der BL-Stadträte als Spenden. "Heuer schaffen wir noch die 30 000-Euro-Grenze." Fraktionssprecher Dr. Christian Deglmann plauderte aus dem Nähkästchen. "Es tut sich was, und das ist positiv für die Stadtentwicklung", betonte er. Nämlich, dass der Grundstein für die Stadtgalerie noch Ende November gelegt werde. Die Stromtrassen halte er für falsch. Er setze auf regionales Energievorkommen. "Wir werden das alles kritisch verfolgen und die Bürger auf dem Laufenden halten."

Kritisch beleuchtete der Stadtrat den neuen Landesentwicklungsplan. "Oberzentren schießen aus dem Boden." Damit sei die BL nicht zufrieden. Man solle schon die Kirche im Dorf lassen und nicht etwa Sulzbach-Rosenberg oder Waldsassen das Etikett eines Oberzentrums mit all seinen Zuschüssen verpassen. Dies sei ein "Wildwuchern kleiner Schwammerl". Besser sollte man die vorhandenen Oberzentren stärken. Setze sich der Trend durch, "dann beantragen wir demnächst, dass Weiden Landeshauptstadt wird".

"Dubiose Geschäfte"


Daneben monierte Deglmann "diffuse Grundstücksgeschäfte der Stadt". Hier würden plötzlich Grundstücke zum Verkauf angeboten, die bisher gar nicht auf der Agenda gestanden hätten. "Da fragt man sich, ob die Stadt überhaupt weiß, was es im Stadtgebiet alles an Grundstücken gibt?" Unter anderem werde das teuer gekaufte Haus am neuen Volksfestplatz zum Dumpingpreis angeboten. "Das ist äußerst dubios."

Deglmann selbst präsentierte dagegen große Visionen: Die Stadt solle sich bemühen, die geplante zweite Batteriefabrik des Elektroauto-Herstellers Tesla nach Weiden zu holen. "Das wäre ein Aushängeschild fürs Industriegebiet Weiden-West IV."

Die Ergebnisse der Neuwahlen: Vorsitzender Reinhard Meier, Stellvertreter Dr. Theo Klotz, Thomas Heigl, Stefan Rank und Diana Wittmer-Brunner. Schatzmeister Clemens Sammet, Schriftführerin Renate Jahreis, Beisitzer Sigurd Lilge, Dr. Christian Deglmann, Hans Bauriedl, Jürgen Zintl, Jochen Kuhlemann, Alexander Nadler, Guillermo Grünewald und Reinhold Wildenauer. Revisoren Christian Keller und Hannelore Winkler.
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