Bundespolizisten fällt Ukrainer auf - Rauschgift war in Schlafsack gewickelt - Auftraggeber ...
Marihuana für 25 000 Euro im Fernbus

(rns) Spürsinn bewiesen die Bundespolizisten bei der Kontrolle eines Fernreisebusses Prag-Madrid auf der A 6 bei Waidhaus. Unter den Passagieren: ein Ukrainer, der seinen Wohnsitz in einer Stadt in Tschechien, angrenzend an Dresden, hat. Warum fährt er über Prag nach Stuttgart? Wieso hat er kein Gepäck dabei, wenn er doch einige Tage in Deutschland bleiben will?

Bei der Überprüfung der Gepäckstücke anhand der Liste des Busfahrers flog er auf: Im Koffer des 31-Jährigen fanden sich fast drei Kilo Marihuana bester Qualität, eingewickelt in einem Schlafsack. Verkaufswert: etwa 25 000 Euro.

Vor der 1. großen Strafkammer des Landgerichts gestand der Geschiedene über seinen Verteidiger Rouven Colbatz den Rauschgiftschmuggel. Der Rechtsanwalt hatte sich mit Staatsanwalt Rene Doppelbauer, Landgerichtspräsident Walter Leupold und Richter Markus Fillinger im Gegenzug auf eine Strafe im Bereich von fünf Jahren geeinigt. 1000 Euro Kurierlohn habe er von einem Russen namens Sergej für den Transport versprochen bekommen. Am Bahnhof in Stuttgart hätte es an einen Unbekannten übergeben werden sollen. Geldnot habe ihn zu der Tat getrieben, sagte der, seit November in der JVA Weiden einsitzende Mann. Weitere Angaben zum Auftraggeber oder Empfänger wolle sein Mandant nicht machen, sagte Colbatz, zumal dieser keinen der Leute kenne.

"Vom kleinsten Ladendieb bis zum Drogendealer ist es immer das erste Mal, wenn sie erwischt werden", kommentierte Leupold die Aussage des Angeklagten. Zumal es unglaubwürdig sei, dass russische Großdealer einem Unbekannten eine derart große Menge anvertrauen würden. Zugute hielt das Gericht, ebenso wie Staatsanwalt Doppelbauer, dem Angeklagten, dass er nicht vorbestraft sei, dass es sich um eine sogenannte "weiche" Droge handelte und dass er sich geständig und reuig zeige.
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