Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch bei Gewerkschaftsvertretern
Leiharbeit: 18 Monate sind genug

Als "richtigen Schritt in die richtige Richtung" begrüßten die Gewerkschaftsvertreter Peter Hofmann (rechts) und Helmut Fiedler (links) die von Abgeordnetem Uli Grötsch vorgestellten Gesetzespläne. Bild: hfz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
26.01.2016
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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und eine Höchstverleihdauer von 18 Monaten: Über diese Eckpunkte des Gesetzentwurfs von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sprach Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch mit Gewerkschaftsvertretern.

Mit dem Treffen setzten Grötsch, Organisationssekretär Peter Hofmann und Helmut Fiedler vom Deutschen Gewerkschaftsbund eine Gesprächsreihe fort, die der Abstimmung in Themen der Arbeitsmarktpolitik dienen soll. Mit dem Gesetz zur Neuregelung der Werkverträge und Leiharbeit will die SPD dem Missbrauch in diesen Bereichen einen Riegel vorschieben, sagte Grötsch.

"Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Verleihfristen für Leiharbeiter oftmals deutlich unter 18 Monaten liegen", so Grötsch. Deshalb ermögliche es der Gesetzentwurf auch, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber Tarifverträge abschließen, in denen erheblich kürzere Fristen vereinbart werden. "Meiner Meinung nach wäre es schlichtweg gerecht, wenn ,Gleicher Lohn für gleiche Arbeit' schon ab dem ersten Tag der Beschäftigung gelten würde", sagte der Bundestagsabgeordnete. Auch sollen Leiharbeiter künftig per Gesetz nicht mehr als Streikbrecher eingesetzt werden dürfen, wie es in der Vergangenheit praktiziert worden sei. Kernstück der Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung sei es, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber jeweils weitergehende Regelungen per Tarifvertrag vereinbaren könnten, so Grötsch. Mit dem geplanten Gesetz setze die Bundesregierung diese Politik konsequent fort.

Die Gewerkschafter signalisierten Unterstützung für den Gesetzentwurf. "Auch bei uns in der Region hat sich die Zahl der Werkverträge und Leiharbeiter erheblich nach oben entwickelt. Der Gesetzentwurf ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung", sagte DGB-Sekretär Hofmann.

Armutsrenten bekämpfen


Dies sei aber nur einer der wichtigen Aspekte in der Arbeitsmarktpolitik der Region, meinte Hofmann. "Eines unserer größten Probleme sind die viel zu geringen Löhne und die daraus resultierenden Armutsrenten." Als Rentenberater für den DGB wisse er um die Situation vieler Ruhegeldbezieher in der Region und forderte den Bundestagsabgeordneten auf, bei diesem Thema nicht locker zu lassen.

"Ich werde das Thema in den nächsten Monaten und Jahren verstärkt auf meiner politischen Agenda haben. Es ist einfach ungerecht, wenn man sein ganzes Leben lang arbeitet und am Ende davon nicht in Würde leben kann", sagte Grötsch.
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