Bundesverkehrswegeplan
Projekte im Milliarden-Maßstab

Symbolbild: dpa
Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.03.2016
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Elektrisch nach Norden und Süden. Die Naabtal-Bahnstrecke hat es auf Anhieb in den Bundesverkehrswegeplan geschafft. Weit hinten auf der Prioritätenliste stehen hingegen viele Straßen in der Region.

Weiden/Amberg. Mehr als 2 Milliarden Euro umfasst das Investitionsvolumen, würden alle im "Bundesverkehrswegeplan 2030" berücksichtigten Vorhaben verwirklicht. Der Großteil entfällt auf die Bahn. Welche Straßen- und Schienenprojekte wurden aufgenommen? Ein Überblick:

Bahnstrecken


Regensburg–Hof (1)

Die Elektrifizierung kommt in den "vordringlichen Bedarf – Engpassbeseitigung" (VB-E). An der Ertüchtigung hat vor allem die Bahn Interesse. Vor einem Jahr erklärte Bahn-Vorstandsmitglied Volker Kefer, der Ausbau sei "absolut notwendig" und "unverzichtbar". In ihrem neuen Inter-City-Konzept stellte die Bahn zudem Fernverkehr ab dem Jahr 2022 in Aussicht. Für den Abschnitt Marktredwitz–Hof laufen bereits Vorplanungen (Kosten: 790,2 Millionen Euro).

Nürnberg–Furth im Wald

Die Elektrifizierung von Nürnberg über Amberg und Schwandorf zur tschechischen Grenze bei Furth im Wald führt der Plan nur als potenziellen Bedarf ohne Priorität auf. Gleiches gilt für einen zweigleisigen Ausbau von Amberg nach Irrenlohe.

Nürnberg–Weiden

Die Elektrifizierung läuft ebenfalls nur unter potenziellem Bedarf.

Nürnberg–Schirnding (2)

Die Ausbaustrecke durch das Pegnitztal über Marktredwitz zur tschechischen Grenze stuft das Ministerium als vordringlichen Bedarf ein. Gesamtkosten: 1,1 Milliarden Euro.

Autobahnen


A 3/A 93 bei Regensburg (3)

Der sechsstreifige Ausbau vom Kreuz Regensburg bis Rosenhof (14,3 Kilometer/154 Millionen Euro) gilt neu als vordringlicher Bedarf zur Engpassbeseitigung. Einen weiteren Ausbau bis Nittendorf sieht das Ministerium in der angemeldeten Form als unwirtschaftlich an. Nicht berücksichtigt wurde ein sechsstreifiger Ausbau der A 93 bei Regensburg-Süd.

Bundesstraßen


B 299 Waldsassen–Neumarkt (4-8)

Die umstrittene Ortsumgehung Waldsassen/Kondrau (4,9 Kilometer/Kosten: 40 Millionen Euro) kommt in den vordringlichen Bedarf (4) . Alle anderen Umgehungsstraße gelten nur als weiterer Bedarf: Grafenwöhr (4,1 Kilometer/13,1 Millionen Euro) (5), Tanzfleck (2 Kilometer/5,9 Millionen Euro) (6), Seugast (3,4 Kilometer/8,8 Millionen Euro) (7) und Ursensollen (2,2 Kilometer/8,8 Millionen Euro) (8). Nicht genannt wird der mehrspurige Ausbau zwischen Amberg und Ursensollen.

B 14 Nürnberg–Waidhaus (9)

Die Ortsumgehung Sulzbach-Rosenberg (2,9 Kilometer/20,8 Millionen) bleibt als weiterer Bedarf mit Planungsrecht im Verkehrswegeplan.

B 85 Amberg–Cham (10)

Die hoch belastete Bundesstraße fällt zwischen Amberg-Ost (A 6) und Schwandorf-Nord (A 93) in den weiteren Bedarf. Der vierstreifige Ausbau auf 10,4 Kilometern würde 59,6 Millionen Euro kosten. Zum Teil existiert schon Planungsrecht. Ebenfalls in den weiteren Bedarf, aber ohne Planungsrecht, rutscht der Abschnitt Schwandorf–Altenkreith (22,6 Kilometer, 137 Millionen Euro).

B 303: Marktredwitz–Eger (11)

Aufgenommen in den weiteren Bedarf wurde nur die Umgehung Schirnding (4,1 Kilometer/29,1 Millionen Euro). Keine Erwähnung findet ein vierstreifiger Ausbau.

Weitere Informationen auf www.bahnausbau-nordostbayern.de

Stichwort: BundesverkehrswegeplanDer Bundesverkehrswegeplan ordnete Projekte drei Dringlichkeitsstufen zu: "Vordringlicher Bedarf - Engpassbeseitigung (VB-E)", "Vordringlicher Bedarf (VB)" und "Weiterer Bedarf (WB)". Die Kategorie VB-E hat das Bundesverkehrsministerium mit dem "Verkehrswegeplan 2030" neu eingeführt, damit Projekte mit besonders hoher Bedeutung schneller verwirklicht werden können. Darunter fallen zum Beispiel die Beseitigung oder starke Minderung von Engpässen auf Straßen oder Schienenstrecken. Voraussetzung ist, dass diese zu den am stärksten belasteten Abschnitten im Jahr 2010 zählen, oder es eine entsprechende Prognose für das Jahr 2030 gibt. Ebenfalls gefordert: ein hohes Nutzen-Kosten-Verhältnisses und der Ausschluss eines hohen Umweltrisikos. Grundsätzlich können im Verkehrswegeplan nur Vorhaben berücksichtigt werden, die ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von mehr als 1,0 aufweisen. Damit soll gewährleistet werden, dass nur Vorhaben umgesetzt werden, die tatsächlich einen volkswirtschaftlichen Nutzen besitzen. Angestoßen wurde der neue Bundesverkehrswegeplan bereits 2009, damals unter der schwarz-gelben Bundesregierung. (räd)

Bürgerbeteiligung

Bei der Entwicklung das Entwurfs für den Bundesverkehrswegeplan waren Verbände und Bürger eingebunden. Im Anschluss an die Vorstellung des Entwurfs und des Umweltberichts startet das Bundesverkehrsministerium die sechswöchige Öffentlichkeitsbeteiligung. Ab dem 21. März will das Ministerium alle Ergebnisse der Projektbewertungen in einem Projekt-Informationssystem (PRINS) im Internet veröffentlichen. Bürger haben nochmals die Möglichkeit schriftliche Stellungnahmen abzugeben, ebenso Verbände. Letztere werden auch nochmals durch Konsultationen eingebunden. (paa)


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