Bundeswehr bei Iron Sword
Weidener Artilleristen üben in Litauen

Die Panzerhaubitzen 2000 aus Weiden wurden wie alle Kettenfahrzeuge und die meisten Lastwagen per Bahn von Grafenwöhr aus ins Baltikum gebracht. Der Großteil der Soldaten flog von Nürnberg nach Litauen. Ein Teil fuhr mit 50 Fahrzeugen ins Baltikum. Bild: MoD/Litauen
Politik
Weiden in der Oberpfalz
22.11.2016
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Weiden/Vilnius. In Litauen hat mit deutscher Beteiligung ein großes multinationales Heeresmanöver begonnen. Unter den rund 4000 Soldaten aus elf Nato-Staaten sind gut 350 Artilleristen aus Weiden.

Neben Truppen des Gastgebers Litauen und der Bundeswehr mit dem Artilleriebataillon 131 sind an der 14-tägigen Übung "Iron Sword" (Eisenschwert) auch Einheiten aus Kanada, Estland, Lettland, Luxembourg, Polen, Rumänien, der Slowakei, Großbritannien und den USA beteiligt. Das Manöver ist Teil einer Serie mit der die westliche Allianz seit Jahren die drei baltischen Staaten und Polen unterstützt.

Wegen der Ukraine-Krise und der Annektierung der Krim durch Russland hat die Nato sich wieder auf die Bündnisverteidigung konzentriert. Vor zwei Jahren, beim Nato-Gipfel in Wales, beschloss die Allianz als Reaktion auf das russische Vorgehen, die Einsatzbereitschaft zu erhöhen und die gemeinsame Verteidigung zu stärken, den "Readiness Action Plan". Dazu zählt unter anderem Rückversicherung durch Übungen in Polen und in den baltischen Staaten. Diese Manöver sollen die Zusammenarbeit zwischen den Partnern testen und verbessern sowie einen möglichen Feind abschrecken. Teil derartiger Übungen ist "Iron Sword 2016". Noch bis 2. Dezember werden Zusammenarbeit, Verteidigung und taktische Offensive geübt, teilte das litauische Verteidigungsministerium mit.

Die Weidener haben rund 140 Radfahrzeuge und 17 Kettenfahrzeuge, darunter drei Raketenwerfer MARS II und acht Panzerhaubitzen 2000, mit nach Litauen genommen. Zur Aufklärung tragen ein Wetterzug, die Drohne KZO (Kleinfluggerät Zielortung) und das Artillerie-Ortungsradar COBRA bei. Bei einer taktischen Übung treten zwei Gefechtsverbände gegeneinander an. Die Weidener bringen ihr Know-how in der taktischen Feuerunterstützung ein.

Ab 2017 Oberviechtacher


Ab Februar wird das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach (Kreis Schwandorf) nach Litauen verlegt. Der sechsmonatige Einsatz der rund 300 Panzergrenadiere ist Teil der Nato-Operation "Enhanced Forward Presence" (Erweiterte vorgeschobene Präsenz). In Warschau beschloss die Nato, ab 2017 in Polen und in den drei baltischen Ländern je 1000 Soldaten zu stationieren. Deutschland übernahm die Führungsrolle für Litauen. Der erste Verband dafür sind die Oberviechtacher.

Das Video über die Weidener Artillerie bei Iron Sword 2016


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