Bundeswehr verteidigt Baltikum

Zwei deutsche Spähwagen vom Typ "Fennek" sowie mehrere Radpanzer vom Typ "Fuchs" stehen bereit um abzurücken. Rund 150 Bundeswehrsoldaten mit gut 70 Fahrzeugen beteiligen sich am litauischen Manöver "Iron Sword 2014". Bilder: Litauisches Verteidigungsministerium
Politik
Weiden in der Oberpfalz
12.11.2014
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Bei ihrem Besuch in Riga versprach Angela Merkel, auch Deutschland stehe den baltischen Staaten bei. Neben US-Soldaten aus Vilseck nehmen nun auch deutsche Soldaten an einem Manöver in Litauen teil.

In diesen Tagen pflügen auch deutsche Militärfahrzeuge und Panzer durch die Weide- und Waldlandschaft auf den litauischen Truppenübungsplätzen Gaižiunu und General Silvestras Žukauskas. Ziel der multinationalen Übung "Iron Sword 2014" (Eisernes Schwert) von rund 2500 Soldaten aus neun Nato-Ländern ist nicht nur, die Zusammenarbeit zwischen den Partnerländern für Einsätze in aller Welt zu testen, sondern auch einen möglichen Feind abzuwehren.

Der Feind droht aus Sicht der Balten und der Polen aus dem Osten, aus Russland. Obgleich diesen Bezug offiziell niemand herstellen würde. Doch angesichts der wachsenden Spannungen wegen der Krise in der Ukraine verstärkt der Westen seit dem Frühjahr sein militärisches Engagement in den baltischen Staaten und im übrigen Osteuropa.

Kavallerie aus Oberpfalz

Die Amerikaner sind bereits seit April da. Zunächst die Fallschirmjäger der 173. US-Luftlandebrigade aus Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) und dem italienischen Vicenza, nun ein Panzerverband aus dem texanischen Fort Hood und eine Kompanie des 2. US-Kavallerieregiments aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach).

Die US-Soldaten aus der Oberpfalz nehmen wie die rund 150 Soldaten der Panzerbrigade 37 "Freistaat Sachsen" - eine Schwesterbrigade der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" aus Amberg - sowie die Männer und Frauen der Deutsch-Französischen Brigade an der von Litauen organisierten 14-tägigen Übung "Iron Sword 2014" teil. Dazu haben die Litauer Nato-Partner eingeladen. Neben den Gastgebern, den Deutschen und den Amerikanern nehmen auch Soldaten aus der Tschechischen Republik, Estland, Großbritannien, Kanada, Luxemburg und Ungarn am Manöver teil.

Die Bundeswehr erfüllt mit ihrer Teilnahme ein Versprechen, das Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im August im lettischen Riga gab: Deutschland sei bereit, seinen Beitrag zu leisten, um das "verständliche und berechtigte Schutzbedürfnis" der Bevölkerung der Länder in Osteuropa zu erfüllen. "Das ist unsere Pflicht, und dieser Pflicht werden wir nachkommen", betonte Merkel damals. Wünschen nach Nato-Stützpunkten erteilte die deutsche Regierungschefin sehr zum Missfallen der Balten aber eine Abfuhr: "Wir haben nicht nur einen Nato-Grundlagenvertrag, sondern auch eine Nato-Russland-Akte, die ich im Moment nicht überschreiten möchte."

Die Entsendung der Männer und Frauen vom Aufklärungsbataillon 13 in Gotha und dem Panzerpionierbataillon 701 in Gera, beide Verbände gehören zur Panzerbrigade 37, sowie der Soldaten der Deutsch-französischen Brigade ist ein Geste, die die Politiker im Baltikum versöhnlich stimmen dürfte. Obwohl die deutschen Soldaten nach Ende der Übung an diesem Freitag in ihre Heimatstützpunkte zurückkehren.

Dagegen bleibt die ungarische Kompanie über die Übung hinaus bis zum Jahresende in Litauen. Das war Verteidigungsminister Juozas Olekas bei der Eröffnung der Übung Anfang November ein Lob wert: "Ich begrüße besonders die ungarischen Soldaten, die die ersten sind, die sich Seite an Seite mit den Amerikanern auf unserem Boden aufstellen. Sie zeigen Ungarns Entschlossenheit, Teil der Sicherheitsgarantien für diese Region zu sein."

Ungarn bleiben länger

So weit wie die Ungarn oder die Amerikaner, die seit Frühjahr kontinuierlich Soldaten in Kompaniestärke im Baltikum und Polen stationiert haben, geht Deutschland bisher nicht. Aber weitere Manöver werden folgen: "Die Bundeswehr wird sich auch 2015 an mehreren Übungen im Baltikum und in Polen beteiligen", teilte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums auf Anfrage mit. Auch die Litauer wollen ihre Übung jährlich wiederholen.
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