Camp Pitman Umzug der Bewohner von Haus 2 verzögert sich
Mukhtar und Dirir müssen noch packen

Warten auf die Anhörung, warten auf den Umzug: Für Mukhtar Osman (rechts) und Dirir Yuusuf verzögert sich der Wechsel in die neuen Modulhäuser im Camp Pitmann um zwei Tage. Bild: Götz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
18.01.2016
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Eigentlich hätten Mukhtar Osman (30) und Dirir Yuusuf (22) schon am Montag ihre Koffer bzw. Tüten packen sollen, um am heutigen Dienstag in eines der Zwei-Bett-Zimmer in den neuen Modulhäusern zu wechseln.

Doch der Umzug verzögert sich um zwei Tage. "Am Montagmorgen hat sich herausgestellt, dass es Probleme mit unserem System gibt", berichtet Eugen Schmidt, Leiter der Regierungsaufnahmestelle im Camp Pitman. Die Bewohner der neuen Container-Räume erhalten einen Chip, mit dem sie die Türen öffnen können.In den Modulhäusern, die ursprünglich schon im Herbst fertig sein sollten und für 186 Personen Platz bieten, werden sowohl neu zugewiesene Flüchtlinge als auch Bewohner des Hauses Nummer 2 im Camp Pitman Aufnahme finden. Was die "Neuen" betrifft: Ein Ehepaar hat Eugen Schmidt noch für Montag erwartet. Ab Donnerstag dürften dann täglich 20 bis 25 Flüchtlinge eintreffen. "Vermutlich alle aus Notunterkünften." Parallel dazu werden 80 Personen aus dem Haus 2 verlegt. Denn die zwanzig 4-Bett-Zimmer dort haben eine Renovierung nötig.

In so einem Zimmer leben auch Mukhtar Osman und Dirir Yuusuf. Die beiden Somalier werden wohl am Mittwoch ihre Tüten packen. Mit nichts als dem, was er am Leib trug, kam Dirir nach Deutschland. "Jetzt habe ich viele Kleider", erzählt er strahlend. 8 Hosen, 6 Pullover und 3 Jacken hat er sich von seinen Kaufgutscheinen und den 359 Euro, die er monatlich vom Sozialamt erhält, geleistet. Er freut sich auf das neue Zwei-Bett-Zimmer, das er mit Mukhtar bewohnen wird. Der ist weniger glücklich. "Das Leben ist dasselbe", sagt er auf englisch. "Wir sind seit 20 Monaten hier. Das ist wie im Gefängnis." Seit 20 Monaten warten sie vergeblich auf ihre Anhörung für den Asylantrag. Sie haben noch nicht einmal einen Termin für ein Gespräch. "Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kommt nicht nach", weiß auch Eugen Schmidt. Einen Deutschkurs hat Osman nach eigenen Angaben nicht erhalten. Er arbeitet zwar im Camp Pitman, reinigt Treppenhaus und Außenanlagen von Haus 3. Doch damit ist er nicht ausgelastet. Und er möchte endlich wissen, wie es weitergeht.

Zwei Familien bleiben


Nicht umziehen müssen die beiden Familien, die aktuell im Haus 2 leben. Ihre Zimmer sind bereits renoviert. In einem davon wohnt Elgochy Mustafa (25) mit seinen Eltern. Der Palästinenser aus Libyen ist Vermessungsingenieur und spricht sehr gut Deutsch, was er sich übrigens selbst beigebracht hat. Ein Umzug in die neuen Modulhäuser steht für ihn nicht an. Das interessiert ihn auch nicht. Er wünscht sich vielmehr eine Familienzusammenführung mit seiner Schwester in Ulm und seinem Bruder in Chemnitz.
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