CSU-Fraktion fordert Entschuldigung von OB Seggewiß
Schreml am Pranger?

Eine Woche Bedenkzeit ist genug. Doch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß habe Architekt Heiner Schreml noch nicht für seine Angriffe ("gehört an den Pranger") um Verzeihung gebeten. Deshalb fordert CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch von Seggewiß "ausdrücklich" eine Entschuldigung. Schreml hatte sich kritisch zum Bebauungsplan Stadtgalerie geäußert. Daraufhin hatte Seggewiß bei der Vertreterversammlung der Volksbank überdeutliche Worte gefunden und gefragt, "wer eigentlich dahinter steckt".

Pausch räumt ein, es könne vorkommen, dass man im Zorn über das Ziel hinausschieße. Offen bleibe die Frage, wieso dies dem Oberbürgermeister bei einer nicht spontanen, sondern einer geplanten Rede geschehe. Seggewiß dürfe nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern müsse seinen Fehler eingestehen. "Von einem OB wäre mehr Souveränität und Gelassenheit zu erwarten. Aber wenn ihn trotzdem sein Temperament zu solchen Aussagen hinreißt, muss er auch den Mut haben, sich zu entschuldigen."

Natürlich stehe die CSU-Stadtratsfraktion zu den Stadtgalerie-Plänen. Dieses Vorhaben begleite sie von der ersten Stunde an positiv. "Wir halten es für einen wesentlichen Schritt, um Weiden als Einkaufsstadt zu festigen. Die Stadtgalerie wird diesen Weg eröffnen."

Pausch betont, dass die Weidener CSU - wie OB Kurt Seggewiß - die Stadtgalerie haben wolle. Aber: So sehr es auch ihr darum gehe, Stolpersteine für dieses Projekt gar nicht erst entstehen zu lassen, "so sehr halten wir es als Demokraten für notwendig, dass unsere Ansicht als nicht für jedermann verbindlich gelten muss".

"Auch wir tun uns schwer, in dieser Frage gegenteilige Meinungen nachzuvollziehen", räumt Pausch ein. "Aber zulässig können und müssen sie bleiben." Jeder habe das Recht auf freie Meinungsäußerung und dürfe es auch gebrauchen. "Wenn er dies tut, darf ich ihm widersprechen. Ihn deshalb an den Pranger stellen zu wollen, hat mit Demokratie und Freiheit nichts zu tun. Sagt man gleichwohl Derartiges, muss man auch Manns genug sein, es entschuldigend zurückzunehmen", belehrt Pausch den Oberbürgermeister.
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