CSU für Sanierungszuschuss, doch Mehrheit im Finanzausschuss hält an Konsolidierung fest
St. Marien spaltet Stadtrat

Ein Gerüst sichert die katholische Kirche in Rothenstadt. Unumgänglich ist eine aufwendige Sanierung - doch wer soll's bezahlen? Bild: Schönberger
Politik
Weiden in der Oberpfalz
02.11.2016
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Auch die katholische Kirchengemeinde St. Marien Rothenstadt ist am Konsolidierungskurs des Stadtrats gescheitert. Pfarrer Heribert Englhard hatte in einem Schreiben auf umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der Kirche im kommenden Jahr verwiesen und auf einen Zuschuss gehofft. Mit acht Stimmen gegen drei der CSU lehnte der Finanzausschuss das Ansinnen ab.

Die Pfarrgemeinde kann laut Pfarrer die fast 900 000 Euro teuere Sanierung finanziell nicht stemmen. Neben einem 40- bis 45-prozentigen Anteil, den die Diözese trägt, sei man deshalb in erster Linie auf Spenden angewiesen. Früher hat die Stadt in Fällen wie diesen einen fünfprozentigen Zuschuss gegeben. Der Grundsatzbeschluss ist aber im Januar 2011 gekippt worden.

"Dumm gelaufen"


CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch sprach von einem außerordentlichen Tatbestand. Schon nach kurzer Zeit seien in Rothenstadt wieder Maßnahmen fällig. Er schlug vor, über den Antrag bei den Etatberatungen zu entscheiden. CSU-Parteichef Stephan Gollwitzer verwies auf Probleme im Vorfeld. Man müsse der Gemeinde entgegenkommen. "Bisher ist es, vorsichtig formuliert, dumm gelaufen." Pausch bringe den Stadtrat in die Bredouille, sagte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Angesichts enger Finanzen müsse man die Linie beibehalten. Nur weil dort nicht sauber gearbeitet worden sei und es zu statischen Problemen komme, könne nicht gleich die Stadt einspringen. Dr. Matthias Loew (SPD) lehnte eine Vertagung ab. "In drei Wochen ist die Situation auch nicht anders." Und SPD-Fraktionschef Roland Richter forderte eine konsequente Linie beim Konsolidierungskurs. Er appellierte an die CSU, den Finanzausschuss nicht aufzuspalten.

Pfarrer Englhard wollte gegenüber dem "Neuen Tag" die angesprochenen Probleme so nicht bestätigen. Man habe zuerst tünchen wollen, dann aber festgestellt, dass eine Sanierung in größerem Umfang nötig sei. Balken der Decke seien marode und nicht mehr tragfähig, der Putz hafte nicht mehr. Aus diesem Grund habe man ein Sicherungsgerüst aufstellen müssen. Die Gemeinde sucht nicht nur nach Geldquellen, sondern auch nach einem Ausweichquartier während der Sanierung. Auch dafür gibt's noch keine Lösung.

Yachtclub: Auch Flaute


Wenig Erfolg mit seiner Anfrage hatte auch der Yachtclub Weiden. Ein Baukostenzuschuss zum Erweiterungsbau des Vereinsheims wird nicht gewährt.
2 Kommentare
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Stefan Kreuzeck aus Pfreimd | 02.11.2016 | 19:14  
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Reinhold W aus Regensburg | 04.11.2016 | 12:11  
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