CSU stellt Ergebnisse ihrer Sommerumfrage vor: 721 Bürger geben Antworten
Zum Teufel mit den Spielhöllen

Fraktionssekretärin Monika Kick, Fraktionschef Wolfgang Pausch sowie Hans Blum und Alois Lukas (von links) stellten die Umfrageergebnisse vor.
Politik
Weiden in der Oberpfalz
28.10.2016
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Die Spielcasinos in der Bahnhofstraße sind den Bürgern ein Dorn im Auge. Übrigens sehen sie im gesamten Gebiet, das für das Programm Stadtumbau-West ausgewiesen ist, also runter bis zur Bahnunterführung, rüber bis hinterm Rangierbahnhof und hoch bis zur Frauenrichter Straße, normen Handlungsbedarf. Bilder: Schönberger (2)

Der Großteil der Weidener ist stolz auf die Stadt, schätzt die Lebensqualität, die 18 Prozent mit "sehr gut" und weitere 52 Prozent als "gut" bewerten. Dennoch melden die Bürger der CSU bei der großen Sommerumfrage auch "Weidens größte Probleme". Und dort gibt es überraschende Spitzenreiter.

In eine Sondersitzung der CSU-Fraktion stellten Fraktionschef Wolfgang Pausch, seine Stellvertreter Alois Lukas und Hans Blum am Freitagnachmittag die Ergebnisse der Umfrage vor, an der sich 721 Weidener beteiligt hatten. Die Altersklasse ab 46 Jahren ist am stärksten vertreten. Ernüchternd: Nur drei Prozent der Teilnehmer waren unter 25 Jahre alt. "Das muss uns und jede andere Partei alarmieren", betont Pausch. So beurteilten dann wohl auch die Älteren die Angebote für Kinder (34 Prozent mit "gut", 12 Prozent mit "sehr gut") und für Jugendliche (28 Prozent mit "gut", 12 Prozent mit "sehr gut"). Übrigens hielt sich auch das Urteil über das Angebot für die Älteren selbst in diesem Rahmen.

Gerne Online-Befragung


Blum zeigte sich von der Abstinenz der Jüngeren enttäuscht. Die Jugendlichen klagten, sie würden nicht gefragt. "Und gibt man ihnen die Möglichkeit, schwänzten sie. Danach sagen sie wieder, für uns habt ihr aber nichts getan", meint Blum.

Obwohl die junge Facebook-Generation also nicht dabei war, wollen die Bürger per Online-Befragungen zu den wichtigen politischen Themen in der Stadt befragt werden: 64 Prozent fordern die Online-Befragung. "Das ist ein entscheidender Hinweis, wie wir unsere Arbeit künftig gestalten müssen", folgert Pausch. Die Stadtverwaltung beurteilen übrigens 22 Prozent mit "sehr gut", 33 Prozent mit "gut" und 28 Prozent mit "befriedigend".

Ähnliche Noten erhalten auch das Bildungsangebot (22 Prozent "sehr gut", 44 Prozent "gut" und 21 Prozent "befriedigend") und die medizinische Versorgung (18 Prozent "sehr gut", 41 Prozent "gut" und 23 Prozent "befriedigend"). Auf einem ähnlichen Level liegen ÖPNV, Einzelhandelsangebot, Stadtbild und Gastronomie. Deutliche Verschiebungen nach unten notiert die CSU beim Kinderbetreuungs- sowie beim Arbeitsplatz- und Ausbildungsangebot.

Über 140 verschiedene "größte Probleme der Stadt" nennen die Weidener. Weit vorne liegt dabei die Sorge um den Einzelhandel, der gestärkt und attraktiver gestaltet werden müsse, sowie die Forderung nach sicheren Arbeitsplätzen, bezahlbarem Wohnraum (sowohl Mietwohnungen als auch Bauplätze für Einfamilienhäuser), mehr niedergelassene Fachärzten ("Katastrophe bei Hautärzten"). Bei den Bürgern angekommen sind auch die zahlreichen Auswirkungen des klammen Finanzhaushaltes in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Dennoch fordern die Bürger ein besseres Radwegenetz, mehr öffentliche Toiletten und einen ÖPNV auch am Abend.

Die Weidener sind stolz auf die Altstadt, ja sogar schon auf die Stadtgalerie ("wenn sie denn endlich kommt"). Zum Teufel wünschen sie sich jedoch die Spielhöllen in der Bahnhofsstraße, die noch weit weniger Wertschätzung als "Tretminen nachts auf dem Bürgersteig" genießen, so Pausch. Die Hundehäufchen lassen sich wegräumen, die Spielhallen schützt der Staatsvertrag. Übrigens: Ähnlich schlechte Werte erhält die Stadtratsdisziplin. Der Bürger wünscht keine Streitereien im Stadtrat, sondern eine sachbezogene Zusammenarbeit.
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