Das Tempo rausnehmen
Gisela Helgath wollte zu viel

Politik
Weiden in der Oberpfalz
10.06.2016
308
0

Am Anfang stand ein Beinahe-Unfall. Gisela Helgath ist vor Kurzem im Kreuzungsbereich Asyl- und Kettelerstraße sowie Braunmühlweg fast von einem Auto angefahren worden. Dieses fuhr nach Meinung der Grünen-Stadträtin eindeutig zu schnell. Tempo 50 in diesen Straßen gehe überhaupt nicht. "Hier muss eine 30er Zone her."

Helgath forderte in einem Antrag gleich die Einbeziehung der gesamten Innenstadt und verwies auf die Sedanstraße, die inzwischen Tempo 30 Zone sei. Falsch, entgegnete Rechtsdezernent Hermann Hubmann in der Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses. Hier gebe es keine Zone, sonst würde zum Beispiel auch Rechts vor Links gelten. Es sei aber nur die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer beschränkt. Hintergrund sei, dass während der Bauarbeiten an der Stadtgalerie wie auch nach deren Öffnung eine deutliche Zunahme des Straßen- und Fußgängeraufkommens erwartet wird. Der erhöhten Gefährdungslage musste begegnet werden.

Zudem stellte Hubmann fest, dass es in der Innenstadt Straßen des überörtlichen Verkehrs und auch ampelgeregelte Kreuzungen gebe. Deshalb sei eine Tempo 30 Zone auch rechtlich gar nicht möglich. Der Antrag wurde abgelehnt, doch Bürgermeister Jens Meyer bot der Grünen-Stadträtin an, "eine Brücke zu bauen". Die Verwaltung werde prüfen, ob das Viertel im nördlichen Innenstadtbereich zwischen der Sedanstraße und dem Klinikum für eine 30er Zone geeignet sei. Damit war Gisela Helgath auch sehr zufrieden. Vielleicht führt der Beinahe-Unfall doch noch zu Konsequenzen.

Ob die zulässige Höchstgeschwindigkeit eingehalten wird, halten nach wie vor unter anderem auch drei mobile Messgeräte fest, von denen zwei mit "Smiley"-Anzeige ausgestattet sind. Die Anlagen werden eingesetzt, um das tatsächliche Fahrverhalten zu dokumentieren und Verkehrszählungen durchzuführen. Die Anlagen stehen vorwiegend bei Kindergärten, Schulen und Altenheimen, hieß es auf eine Anfrage der Bürgerliste.

Als Beispiele nennt die Verwaltung die Marienbader Straße, die Albrecht-Dürer-, die Brenner-Schäffer- und die Dr.-Müller-Straße ebenso wie die Jahn-, die Leimberger-, die Pfarräcker-, die Stettiner-, die Vohenstraußer- und die Berliner Straße sowie den Ortsteil Mallersricht. In der Regel stehen die Messgeräte zwei bis drei Wochen am Einsatzort. In Verbindung mit "Smiley" beeinflussen sie das Fahrverhalten. Eine echte Verkehrserziehungsmaßnahme.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.