Demonstration zur Legalisierung von Marihuana in Weiden
Mit Cannabis richtig umgehen

Die Legalisierung von Cannabis forderte ein eineinhalbstündiger Demonstrationszug am Samstag. Im Anschluss gab es eine Kundgebung am Oberen Markt. Die Teilnehmerzahl (65) blieb hinter den Hoffnungen zurück. Bild: uz

Vor einem Jahr war es noch Provokation. Inzwischen läuft die Diskussion über die Legalisierung von Marijuana auf vielen Ebenen. In Weiden gab es am Samstag eine Demo und eine Kundgebung.

Begleitet von neun Polizeifahrzeugen marschierten am Samstagnachmittag 65 Marihuana-Freunde durch Weiden. Ausgangspunkt war die Bushaltestelle vor der neuen FOS/BOS. Von dort aus setzte sich der Global Marijuana March in Bewegung. In eineinhalb Stunden ging es über die Friedrich-Ebert-, die Christian-Seltmann- und die Frauenrichter Straße zur Abschlusskundgebung vor dem Alten Rathaus. "Als wir vor einem Jahr anfingen, die Legalisierung von Marijuana-Konsum gesetzlich einzufordern, wollten wir provozieren", erklärte dort der Chef des bayerischen Cannabis-Verbandes Bayern, Wenzel Vaclav Cerveny.

Inzwischen habe man die Öffentlichkeit erreicht. Vor allem ältere Bürger zeigten ihr Interesse. Ein Drittel der Unterschriften auf ihren Petitionslisten stammten von Senioren. Deshalb sei man optimistisch, den legalen Zugang zu Cannabis zu erreichen. Bei einem Volksbegehren hoffen sie auf 20 Prozent.

"Wir haben noch zwei Monate Zeit." Seit April stehe man auf der Straße und sammle Unterschriften. Mit Cannabis behandle man Schmerzen, Schlafstörungen und so manches Altersgebrechen. Deshalb fühlten sich besonders auch Senioren angesprochen.


Verbot schädlich

Frank Tempel, Bundestagsabgeordneter der Grünen, gab an, dass nicht nur Konsumenten für Entkriminalisierung von Cannabis-Konsum eintreten würden. "Auch der fachliche Bereich tut das: Gesundheitswissenschaften, Sozialwissenschaften und Rechtswissenschaften." Hier sei man sich einig, dass ein Verbot nicht nur falsch sei, sondern auch schädlich.

"Bei uns hängt vor allem der medizinische Bereich. In Israel liegt der Cannabis-Einsatz im Gesundheitswesen bei 100 Prozent mehr. Und das ist ja auch nicht gerade ein linksliberales Land." Mittlerweile würden sich sogar die Polizeigewerkschaften gegen eine Kriminalisierung von Cannabis-Konsumenten wenden, sagte Tempel, der früher selber im Kriminaldienst tätig war. Natürlich sei es unstrittig, dass Cannabis eine problematische Substanz sei. "Man muss aber lernen, damit umzugehen. Und das Verbot ist nicht dazu geeignet."

Zum Abschluss Reggae

Im Anschluss an die Kundgebung lud Hauptorganisator Matthias Confal, der Vorsitzende des Weidener "Cannabis Social Club", unter dem Motto, dass Cannabis keine Droge, sondern Medizin sei, zur Reggae-Party ins "Parapluie" ein. Dort machte The Dude mit heißen Scheiben auf Jamaika-DJ.
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