„Deutschland in Gefahr“ von Rainer Wendt
Chef der Polizeigewerkschaft stellt Buch in Weiden vor

"Die CDU muss ihren Kurs ändern und sich mehr mit den Positionen der CSU anfreunden." Zitat: Rainer Wendt
Politik
Weiden in der Oberpfalz
29.09.2016
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Ein starker Staat, eine schlagkräftige Polizei, eine konsequente Justiz und Politiker ohne Kleinkrämer-Seele. Das alles wünscht sich Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. TV-Zuschauer kennen den gebürtigen Duisburger als wortgewandten Talkshow-Experten zum Thema "innere Sicherheit". Nun hat der 59-Jährige ein Buch geschrieben mit dem Titel "Deutschland in Gefahr", das augenblicklich auf Platz 10 der aktuellen "Spiegel"-Bestsellerliste steht.

In der bundesweit ersten und vorläufig einzigen Lesung hat der fünffache Vater seine 189 Seiten starke Analyse zum Zustand der Republik in der Buchhandlung Stangl & Taubald in Weiden vorgestellt. "Regeln müssen nicht nur aufgestellt, sondern ihre Einhaltung auch durchgesetzt werden", fordert Wendt. "Doch der Rechtsstaat versagt." Schwarzfahrer kämen hinter Gitter und Kriminelle würden nur mit einer Geldstrafe bedacht.

In der Flüchtlingskrise beklagt Wendt den völligen Kontrollverlust der Institutionen. Und: "Integration haben wir bisher gründlich vermasselt." Woran liegt's? Die öffentliche Hand spare sich kaputt, und das Parlament sei kein Spiegelbild der Bevölkerung mehr.

Applaus vom rechten Rand nimmt Wendt gelassen zur Kenntnis, grenzt sich jedoch ausdrücklich von Lobhudeleien der Alternative für Deutschland ab. Gegen die Bundes-AfD hat er sogar einen Prozess geführt und gewonnen, weil sie auf ihrer Facebook-Seite mit seinem Konterfei geworben hatte. Koalitionen mit dieser Partei will Wendt indes nicht auf Dauer ausschließen ("Warum soll ich nicht mit denen sprechen?"). Im Übrigen: "Die CDU muss ihren Kurs ändern und sich mehr mit den Positionen der CSU anfreunden." Nur diese Strategie führe wieder in die Erfolgsspur.

Seine letzte Nachtschicht hat der frühere Hauptkommissar übrigens vor zehn Jahren geschoben. Seither ist er als Chef der zweitgrößten Polizistengewerkschaft (rund 95 000 Mitglieder) ständig im Dienst von Recht und Ordnung unterwegs. Das "leidenschaftliche CDU-Mitglied" verrichtet seine politische Arbeit überwiegend in Berlin und lebt in München. Deshalb ist der fünffache Familienvater auch eingeschriebenes Mitglied in der CSU.

Die CDU muss ihren Kurs ändern und sich mehr mit den Positionen der CSU anfreunden.Rainer Wendt
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