Dialog mit der AfD? CSU-Kreischef erklärt seine Äußerungen
"Lasst sie reden"

Stephan Gollwitzer. Archivbild: Huber
Politik
Weiden in der Oberpfalz
24.03.2016
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CSU-Chef Stephan Gollwitzer empfiehlt einen Dialog mit der AfD. Davon hält unter den Christsozialen allerdings niemand etwas. Auf Nachfrage übrigens auch Gollwitzer selbst nicht. Wichtig sei stattdessen etwas ganz anderes.

Nein, "ich heiße die AfD nicht gut", sagt Stephan Gollwitzer. Für Aufsehen hat der CSU-Kreischef freilich trotzdem gesorgt mit seiner Anregung, "mit der AfD den Dialog zu suchen" (wir berichteten). Das mag in der Tat nach Zusammenrücken klingen. Aber das habe er gar nicht gemeint, sagt Gollwitzer nun auf Nachfrage. Sondern? Er habe erklärt, dass große Medien und Volksparteien die AfD zunächst ignoriert und dann diffamiert hätten. Beides habe der "Alternative" aber nicht geschadet. Im Gegenteil. Deshalb habe er einen anderen Weg aufzeigen wollen, so Gollwitzer. Wobei Dialog vielleicht "der falsche Begriff" war.

Es gehe nicht um Gespräche, auch nicht vor Ort - "da lege ich keinen Wert drauf". Vielmehr solle man die AfD ganz allgemein "einfach mal reden lassen, um den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, was an Substanz, Programm dahintersteckt". Nämlich nicht viel. Die Partei würde sich damit selbst demaskieren. Ein mögliches Forum dafür seien Fernsehrunden, wo AfD-Vertreter sonst nie richtig zu Wort kämen, weil sie von den anderen sofort attackiert würden. Auf seine Äußerungen hin, ergänzt Gollwitzer, habe er viel Positives von Parteifreunden gehört.

Wobei natürlich die Frage bleibt, wie es die CSU grundsätzlich mit der AfD halten soll. "Das Entscheidende ist, dass wir die Themen ernst nehmen", sagt dazu Fraktionschef Wolfgang Pausch. Sorgen und Ängste der Bürger sollten in Politik umgesetzt werden. Etwa in Form einer Obergrenze. Wenn das gelinge, dann werde die AfD auch weniger Zulauf haben. Die Frage nach Diskussionen der beiden Parteien erübrige sich, weil die AfD vor Ort so gut wie nicht präsent sei.

Etwas anders argumentiert Maria Schnurrer. Sie schätze Gollwitzer. Es hätte sie deshalb verwundert, wenn dieser einen wirklichen Dialog mit der AfD gemeint hätte. Denn: Gemeinsame Sache mit dieser Partei zu machen, "ist ausgeschlossen". Schnurrer, ehemals Stadträtin sowie stellvertretende Kreis- und Fraktionschefin, empfiehlt dagegen eine offensive inhaltliche Auseinandersetzung. Die habe die CSU bislang kaum gesucht. Dabei sei es wichtig, gerade den Protestwählern unter den AfD-Anhängern klarzumachen, "was eigentlich hinter dieser Partei steckt". Denn das Führungspersonal verfolge "einen ultrarechten Kurs".

"Es ist nicht die Aufgabe einer Partei, sich mit anderen über deren Inhalte zu unterhalten", sagt wiederum Walter Leupold. Einen Dialog würde der Stadtrat und Ex-Parteivorsitzende aber durchaus begrüßen. Und zwar den mit den Wählern der AfD, zumindest mit jenen, die nicht ganz außen am rechten Rand sind. Diese sollte man mit Inhalten davon überzeugen, dass sie "bei der CSU besser aufgehoben sind". Und das geschehe bereits. "Unser Ministerpräsident ist da auf einem guten Weg."
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8 Kommentare
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 01.04.2016 | 13:13  
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Hans - Peter Kastner aus Brand | 02.04.2016 | 10:33  
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 05.04.2016 | 10:14  
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Hans - Peter Kastner aus Brand | 05.04.2016 | 19:23  
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 06.04.2016 | 15:17  
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 19.04.2016 | 16:08  
Redaktion Onetz aus Weiden in der Oberpfalz | 21.04.2016 | 12:20  
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 21.04.2016 | 12:27  
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