Doppelhaushälfte in Weiden stehen in Flammen - Zufahrt für Feuerwehr erschwert
Feuer? "Ist uns wurscht"

In dieser Doppelhaushälfte im Stadtteil Hammerweg brannte es in der Küche. Nicht alle Einsatzkräfte konnten schnell vor Ort sein: In einer Zufahrtstraße weigerten sich Anlieger, den Weg freizumachen. Bild: Beer
Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.06.2015
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Dichter Qualm stieg am Hammerweg auf: Feuer in einer Doppelhaushälfte. Mit ungewöhnlichen Hindernissen musste dabei schon mal die Feuerwehr kämpfen: Zugeparkte Anfahrtswege - und Anwohner, die auf stur schalteten.

Ein Nachbar hatte den Notruf gewählt. Mehrere Löschfahrzeuge rückten am Dienstag gegen 12.30 Uhr in den Eulenweg aus. Atemschutztrupps kämpften sich durch das völlig verrauchte Gebäude in die Küche, wo die Küchenzeile in Flammen stand. Nach Angaben der Polizei hatte der 58-jährige Hauseigentümer vergessen, die Herdplatte auszuschalten. Papier, das daneben auf einer Mikrowelle lag, könnte Feuer gefangen haben.

Vögel gerettet

Bereits der erste Atemschutztrupp genügte, um den Brand zu löschen. Zu dem Zeitpunkt hielt sich kein Bewohner im Haus auf. Außer zwei Wellensittichen, welche die Wehr ins Freie schaffte und so vor dem Erstickungstod bewahrte. Drei Etagen - vom Keller bis zum Dachgeschoss - sind verrußt. Den Schaden schätzt die Polizei auf 50 000 bis 60 000 Euro.

Nicht aktenkundig wurde ein Vorfall, den unser Bildreporter bei der Anfahrt miterlebte. Mit seinem Wagen folgte er einem Löschfahrzeug, das sich auf einer alternativen Route dem Einsatzort nähern wollte. In einer Seitenstraße ging es jedoch plötzlich nicht mehr weiter: Ein abgestellter Anhänger auf der einen Seite und parkende Autos auf der anderen blockierten den Weg. Und die Besitzer waren sogar auf Drängen der Feuerwehrleute nicht bereit, die Wagen wegzufahren. Begründung: Im Eulenweg, in dem es brannte, kämen sie auch immer nur schwer durch. Der Kollege: "Es gab eine Riesendiskussion, ein Mordsgeschrei."

Erst als die Feuerwehr einen Polizisten zu Hilfe rief und der auf die Anwohner einredete, erklärte sich ein Mann bereit, den Anhänger wegzuschieben. Die Einsatzkräfte kostete die Aktion etwa drei Minuten. Um eine Anzeige wegen Behinderung von Einsatzkräften kommen die Anlieger wohl herum. Der Mann sei belehrt worden, teilt die Polizei mit. Wobei der Lerneffekt jedoch fraglich bleibt. Als unser Bildreporter den Mann später damit konfrontierte, dass es in der Nähe gebrannt habe und Leben in Gefahr hätten sein könnten, entgegnete der: "Ist uns wurscht."
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