Eckpunkte für Ostbayernring
Stadtrat befürchtet Kahlschlag und formuliert Forderungen

Romantisch? Vielen Bürgern sind die Strommasten (hier bei Neunkirchen) eher ein Dorn im Auge. Diese alten sollen weichen, ab 2018 in etwa 70 Metern Entfernung neue entstehen. Noch bis Freitag können die Bürger die Unterlagen zum geplanten Ostbayernring bei der Stadt einsehen und Stellungnahmen abgeben. Der Bauausschuss befasst sich mit der Angelegenheit am Donnerstag, 4. Februar. Bild: Popp
Politik
Weiden in der Oberpfalz
28.01.2016
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Die Bürger seien aufgebracht, meint OB Kurt Seggewiß. Grund: die geplante Gleichstrompassage Süd-Ost (HGÜ). Doch auch der Ostbayernring eckt an. 2018 soll er gebaut werden, 2020 in Betrieb gehen. Etwa 70 Meter parallel der bestehenden Leitung führt die Trasse vom Pressather Wald über Wiesendorf und Mallersricht bis Rothenstadt an Weiden vorbei. Derzeit läuft das Anhörungsverfahren bei der Regierung der Oberpfalz. Seggewiß holte am Montag die Zustimmung des Stadtrats ein, dass sich die Weidener Stellungnahme an die der Landkreise Neustadt und Tirschenreuth anlehnt. Gefordert werden:

Masten , die sich landschaftsverträglich einfügen und die geringstmögliche Höhe und Breite aufweisen.

Die freiwerdende Bestandsleitung darf nicht für HGÜ verwendet werden. Schuldrechtliche und/oder dingliche Leitungsführungsrechte sind aufzuheben und dürfen nicht auf Dritte übergehen. Die Masten sind zügig zurückzubauen.

Künftige kommunale Entwicklungsflächen dürfen nicht beeinträchtigt werden.

Speziell der Weidener Stadtrat tritt dafür ein, die bestehende Trasse (220 Volt) möglichst für die beiden neuen 380-Volt-Leitungen zu nutzen, um die Natur zu schonen. Josef Gebhardt (SPD) berichtete von einer entsprechenden Unterschriftenaktion in Neunkirchen, auch ein Rechtsanwalt sei eingeschaltet. Besonders im Bereich Mallersricht-Ziegelhütte seien große Waldflächen gefährdet. Auch Alois Lukas (CSU) prophezeit einen "riesigen Eingriff in die Wälder in der Nordoberpfalz und rund um Weiden". Der Rückbau der alten Trasse solle erst drei Jahre nach Fertigstellung der Neuen beginnen. Lukas schwant: "Manches Fundament könnte im Boden bleiben."

"Wer die Windkraft vor Ort verhindert, muss verantworten, dass solche Leitungen vor Ort kommen", meinte Hildegard Burger (SPD). Karl Bärnklau (Grüne) stellte das Vorhaben dennoch infrage: Es gebe "ernstzunehmende Ansichten", wonach es die neuen Leitungen gar nicht brauche. Insbesondere auch der Schutz des Sauerbachtals - "ein sehr bedeutendes Naherholungsgebiet für unsere Bürger" - liegt dem Grünen-Fraktionschef am Herzen.
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