Eine Welt aus Stacheldraht
Amnesty fordert mehr Blicke auf Nordkorea

Die Vereinten Nationen schildern die Lage der Menschenrechte in der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) als katastrophal. Auch Amnesty International in Weiden will Aufmerksamkeit auf dieses abgeschottete Land lenken.

Amnesty zeigte deshalb jetzt den Film über die Leiden im "Camp 14". Abertausende Menschen werden in Nordkoreas Straflagern und anderen Haftanstalten gefangen gehalten, misshandelt und terrorisiert. Wenigen gelingt die Flucht. Einer davon ist Shin Dong-hyuk, der 1983 in einem Arbeitslager in Nordkorea geboren wurde . Er erzählt in "Camp 14" seine Geschichte, illustriert von düsteren Zeichnungen.

Willkür der Wärter


Von Geburt an, sagt er, habe er als politischer Gefangener gegolten. Seine Kindheit und Jugend seien von Zwangsarbeit, Hunger, Schlägen und Folter bestimmt gewesen. Shin Dong-hyuk erzählt von der Willkür der Wärter und Hinrichtungen wegen Nichtigkeiten.

Seine Welt seien einige Quadratkilometer gewesen, umgeben von Stacheldrahtzäunen. Er habe angenommen, alle Menschen lebten so auf dieser Welt, bis ihm ein Mitgefangener von draußen erzählt habe, dass es da eine andere Welt gebe. Als 23-Jährigem sei ihm durch einen Zufall die Flucht über China nach Südkorea gelungen.

Wichtiger Zeuge


Shin Dong-hyuks Schilderungen seiner Zeit im "Camp 14" sind schockierend, verstörend und plastisch. Er zeigt seine durch Folter verdreht gewachsenen Arme und schildert einer breiten Öffentlichkeit seine Wunden am ganzen Körper - und in der Seele. Mit seinen Informationen ist er ein wichtiger Zeuge der Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea.

Seine Schilderungen verloren allerdings zuletzt an Glaubwürdigkeit, als er sich in seinen Aussagen widersprach und selbst einiges davon als unwahr schilderte. Dennoch: Andere Flüchtlinge und geflohene ehemalige Wachen schildern die Existenz und Gräuel der Straflager in ähnlicher Weise.
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