Es gibt schon Interessenten an neuem Gewerbegebiet West IV
Preis ist die Gretchen-Frage

Für die einen ist es eine Vision, die wahr wird. Für die anderen hat es das Zeug dazu, für Magengrummeln zu sorgen: das Gewerbegebiet Weiden-West IV.

Am Montag segneten die Stadträte die Aufstellung des Bebauungsplanentwurfs auf Basis des erarbeiteten Konzepts ab (wir berichteten). Einige Anmerkungen konnten sie sich aber nicht verkneifen.

So bestehen die Grünen-Stadträte Karl Bärnklau und Gisela Helgath auf den Erhalt der ökologischen Ausprägung des neuen Gewerbegebiets entlang der B 470. "Ansonsten ist es möglich, dass wir die Zustimmung verweigern", droht Bärnklau und warnt, eine Million Euro an Vorleistungen für das Zehn-Millionen-Euro-Projekt sei eine große Ausgabe. Roland Richter (SPD) pariert: "Das ist eine Ausgabe, die über die Gewerbesteuer rentierlich sein wird."

Schon Interessenten


Und tatsächlich verrät OB Kurt Seggewiß, es gebe bereits Interessenten: "Wir bekommen schon entsprechende Zuspiele." Denn das Gewerbegebiet sei bereits bei Bavaria Invest platziert. Unter den Investoren fänden sich neben Logistikern auch jene, die in der Produktion tätig sind und attraktive neue Arbeitsplätze schaffen. Warum diese Investoren in Weiden landen? "In Nürnberg ist nicht mehr viel Platz, den Regensburgern geht es ähnlich. Da kommt man in einem Radius von 100 Kilometern zwangsläufig auf Weiden."

Und hier muss ein Kreisverkehr (Kostenpunkt sechs bis acht Millionen Euro) statt eine Ampelanlage auf sie warten. Der Kreisel ist für die Grünen-Stadträte ebenso ein Muss wie für Stefan Rank von der Bürgerliste, um den Verkehr auf der Staatsstraße nicht auszubremsen. Apropos Verkehr: Rank kritisiert noch die geplante Straßenbreite. 6,5 Meter Breite sei zu schmal, wenn zwei Laster mit jeweils drei Metern Breite aneinander vorbeirauschen. Zudem wünscht er sich für Mittelständler mehr kleinere Parzellen als die bislang angedachten mit jeweils 14 Hektar.

Dr. Christian Deglmann freut sich über die Visionen, die die Stadt durch die Entwicklung des neuen Gewerbegebiets aufgezeigt bekommt. Zugleich fordert er vom Oberbürgermeister, das Gewerbegebiet offensiv zu bewerben. "Ich kann Sie beruhigen", sagt Seggewiß, "ich stehe an der Spitze der Werbebewegung." Dennoch hadert auch Deglmann mit zwei Dingen: Erstens sorgt er sich um die Projektkosten und wünscht sich, dass die Stadt sich hier selbst streng überprüft. Und zweitens: "Uns drückt der Schuh noch beim Preis", gibt der Bürgerlisten-Stadtrat zu. Leicht angehoben dürften die Preise sein, aber gemäßigt. "Wenn wir uns unter 100 Euro für den Quadratmeter ansiedeln, wären wir gut beraten."

Mit Entschlossenheit voran


"Der Preis ist die Gretchen-Frage", meint SPD-Fraktionschef Richter. "Und am Ende bestimmt nicht die Stadt, sondern der Markt darüber." Sinniger sei es, sich in diesem Stadium mit Entschlossenheit hinter das Projekt zu stellen, das sich entwickeln muss. "Vielleicht werden es erst unsere Nachfolger zu Ende bringen." Geschlossenheit demonstrierte der Stadtrat schließlich: Einstimmig verabschiedete er die Aufstellung des Bebauungsplanentwurfs.
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