Fairtrade-Town
KAB fordert in Brief an OB Seggewiß Bewerbung

Präses Armin Spießl (von links), Hermann Stadler, Diözesansekretär Markus Nickl und Daniela Ernstberger setzen sich in einem Brief an OB Kurt Seggewiß für eine Bewerbung Weidens als Fairtrade-Town ein. Bild: Kunz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.12.2015
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Der KAB-Kreisverband will aus Weiden eine Fairtrade-Town machen. Deshalb haben sich Hermann Stadler, Daniela Ernstberger, Präses Armin Spießl und Diözesansekretär Markus Nickl mit einem Schreiben an Oberbürgermeister Kurt Seggewiß gewandt. Darin werben die KAB-Vertreter für fair gehandelte Waren, aber auch für eine damit verbundene Imageverbesserung der Stadt.

Der Titel "Fairtrade Town" würde nicht nur dem Image der Stadt gut tun, sondern bereits vorhandene Initiativen in der Stadt unterstützen, heißt es in dem Schreiben. Außerdem sehen die KABler bei einem positiven Ausgang der Bewerbung der Initiative auch einen Vorteil für die OTH, die dann den Titel "Fairtrade-University" bekommen könnte.

Amberg und Kemnath


Regensburg sei seit 2012 Fairtrade-Town. Kemnath und Amberg hätten 2015 nachgezogen. Das Thema fairer Handel liege im Trend, erklärte Präses Spießl bei einem Pressegespräch im Pfarrheim St. Johannes. Auch in Deutschland wachse zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen.

Nickl betont, dass er Konfliktherden und Flüchtlingskatastrophen in Nahost und Afrika durchaus mit der jahrhundertelangen Ausbeutung der Regionen durch die Industrienationen in Zusammenhang sehe.

Auf kommunaler Ebene spiele der faire Handel in allen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle, zunehmend auch bei der öffentlichen Beschaffung. "Warum nicht Fairtrade-Getränke oder Speisen im Rathaus oder in Schulen anbieten?"

Anderswo würden Produkte aus fairem Handel bereits in öffentlichen Einrichtungen, Vereinen und Kirchen angeboten. In Weiden natürlich auch schon. Die KAB appelliert an die Stadt, einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels zu verabschieden. Die Grünen-Stadträte Gisela Helgath, Veit Wagner und Karl Bärnklau hätten spontan zugesagt.

"Wir alle haben schon von Blumenarbeiterinnen in Afrika gehört, die für Hungerlöhne arbeiten und dabei hochgiftigen Pestiziden ausgesetzt sind oder von indischen Kindern, die in Steinbrüchen unter lebensbedrohlichen Bedingungen Pflastersteine herstellen", heißt es in dem Schreiben an den Oberbürgermeister weiter. "In der Textilbranche in Bangladesch werden Frauen ausgebeutet, um für uns billige Kleidung zu produzieren." Länder und Kommunen kauften bereits für mehrere Milliarden Euro ein. Sie nutzten dabei aber nur einen Bruchteil der Möglichkeiten, um fair einzukaufen.

Idee beim Ketteler-Tag


Auch die Regale in den Supermarktketten füllten sich langsam mit Fairtrade-Produkten. Es könnten aber noch weit mehr sein. Die KAB fordert eine lokale Steuerungsgruppe, welche die Fairtrade-Aktivitäten vor Ort koordiniert. "Wir könnten uns vorstellen, dass zwei KAB-Mitglieder in dieser Gruppe sind", meinte Stadler.

Das Prädikat "Fairtrade-Town" bekomme die Kommune dann, wenn in den lokalen Geschäften, bei Floristen und in Cafes, Restaurants und Kantinen wenigstens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten würden. Richtwert sei die Einwohnerzahl der Stadt. Die KAB möchte die Stadt Weiden auf dem Weg zur "Fairtrade-Town" mit Aktionsleitfäden unterstützen. Die Idee dazu sei übrigens beim letzten Ketteler-Tag entstanden.
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