Festplatz Weiden: Bau- und Planungsdezernent korrigiert seine Ansicht
„Asche auf mein Haupt“

Politik
Weiden in der Oberpfalz
03.06.2016
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Er braucht ein großes Paddel, um zurückzurudern, gesteht er freimütig. Ja, Bau- und Planungsdezernent Hansjörg Bohm entschuldigt sich bei den Stadträten für seine Fehleinschätzung: "Asche auf mein Haupt." Und damit nimmt er den Kritikern schon mal den Wind aus den Segeln. Stürmisch wird's um den Festplatz dennoch.

Die Stadt braucht für den Festplatz einen Bebauungsplan. Das ergab die Sonderprüfung, die Bohm durchführte. Kräftig ins Ruder griffen dabei auch Regierung und Oberste Baubehörde. Noch 2012 hatte Bohm auf konkrete Anfrage von Hildegard Burger (SPD) versichert, dass die Stadt "auch ohne" auf dem rechten Kurs sei. Inzwischen waren jedoch einige Lotsen an Bord. Der Flächennutzungsplan ist deshalb geändert. Am Donnerstag folgte die nächste Korrektur: Einstimmig beschloss der Bau- und Planungsausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Dabei verdeutlichte Bohm durchaus selbstbewusst, dass die Stadt die entscheidende Begründung für den Kurswechsel geliefert habe. Nicht wegen des Wohngebietes Merklsteig sei der Plan nötig, sondern wegen der "bodenrechtlichen Wechselwirkungen" zwischen Festplatzbetrieb und Gewerbegebiet.

Dort sei etwa die Frage zu klären, ob Hausmeister- und Inhaberwohnungen ausnahmsweise oder generell möglich sind. Dazu sei ein schalltechnisches Gutachten erforderlich. Darin soll beurteilt werden, wie sich der Bau einer massiven "Festhalle" auf die Lärmbelästigung in der Nachbarschaft auswirke.

Gründe gefunden


Auch die Umsetzung des Stadtratsbeschlusses, mit der Liberalisierung der Freizeit-Lärmschutzverordnung den Festbetrieb von 22 auf 24 Uhr auszuweiten, mache eine Tektur der Baugenehmigung nötig. Zudem lasse sich die Anregung der beiden großen Fraktionen, die Mooslohe durch einen Fuss- und Radweg direkt an den Festplatz anzubinden, erst durch einen Bebauungsplan umsetzen.

Trotz des reumütigen "Geständnisses" des Baudezernenten äußerten einige Stadträte massive Kritik. Die "Hinweise" der Regierung seien klare "Anweisungen" an die Stadt, erklärte Stefan Rank (Bürgerliste). Die Verfahrensweise der Stadt beim neuen Festplatz sei "nicht optimal" gewesen. "Das fällt uns immer wieder auf die Füße. Die Mahner hatten Recht, der Festplatz hat ein unkalkulierbares Risiko. Wir verfahren nach dem Motto ,Augen zu und durch'. Wir sind falsch eingestiegen." Der Festplatz-Neubau komme die Stadt teurer als der Kauf des alten Festplatzes, vermutete Rank. Es müsse endlich "in dieser nie zu Ende gedachten Festplatzgeschichte eine für alle Beteiligen verträgliche Lösung" geben.

Zudem wollte Rank die Kosten für das Bebauungsplanverfahren wissen. Den Großteil der Planungsarbeit erledigt das Bauamt. Das schalltechnische Gutachten werde einen mittleren vierstelligen Betrag kosten, sagte Bohm. Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) fragte, ob denn die Ausweitung der Festbetriebszeiten auch für den neuen Festplatz gelten könne.

Einig waren sich Josef Gebhardt und Bürgermeister Jens Meyer (beide SPD), der die Sitzung leitete: "Wir sind froh, dass wir den neuen Festplatz haben."
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Hans Grochowina aus Weiden in der Oberpfalz | 04.06.2016 | 14:53  
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