Finanzberater Wolgang S. wandert in Untersuchungshaft
Festnahme im Betrugsprozess

Politik
Weiden in der Oberpfalz
12.11.2014
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Im Betrugsprozess gegen den angeblichen Millionär Wolfgang S. ist am Montag eine Festnahme in Amberg erfolgt. Ein Amberger Finanzberater (53) wanderte in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Betrug.

(ca) Der Amberger soll die Geschäfte weitergeführt haben, nachdem Wolfgang S. im April 2013 festgenommen worden war. In den letzten Wochen hatten mehrere Zeugen ausgesagt, weiterhin Kontakt zu dem Finanzberater zu haben, der weiter Geld einfordere, um das Vermögen von Wolfgang S. von internationalen Konten zu holen. "Nächste Woche kommen die Millionen", lautet unbeeindruckt die Devise. Damit ist jetzt vorerst Schluss. Haftrichter Werner Windisch vernahm den 53-Jährigen über drei Stunden lang. Der Amberger sitzt jetzt in der Vilsstadt in Haft, um einen Kontakt zum Hauptangeklagten zu vermeiden. Am 4. Dezember wird er als Zeuge im Prozess gegen Wolfgang S. in Weiden gehört, sein eigenes Verfahren steht kurz vor der Anklage.

Richter lachen zu laut

Am Montag vernahm die 1. Große Strafkammer unter Vorsitz von Präsident Walter Leupold erneut den Hauptgeschädigten Michael S. Dem Unternehmer sitzt als Zeugenbeistand Anwalt Ulrich Sanner aus Tirschenreuth zur Seite. Michael S. soll laut Anklage in 68 Überweisungen über 33 Monate hinweg insgesamt rund 8,5 Millionen Euro an den Angeklagten überwiesen haben. 13 Fälle konnten am Montag abgearbeitet werden. Am Dienstag verzögerte sich die Befragung von Michael S.

Warum? Die Verteidiger Helmut Miek und Jörg Jendricke stellten einen Befangenheitsantrag gegen die komplette Strafkammer. Begründung: Aus dem Beratungszimmer der Richter sei am Montagnachmittag in einer Sitzungspause lautes Gelächter zu hören gewesen. Und zwar just in dem Moment, als Haftrichter Helmut Windisch die Nachricht von der Festnahme des Amberger Finanzberaters überbrachte. Dieser "lautstarke Heiterkeitsausbruch" offenbare eine innere Haltung, so Anwalt Miek. Nach der hätten sich die Richter Leupold, Markus Fillinger und Marco Heß bereits eine abschließende Meinung über die Millionen seines Mandanten gebildet. "Sie halten es praktisch für lachhaft, dass ein solches Vermögensverhältnis vorliegt."

Die betroffenen Richter wiesen den Vorwurf zurück. Laut Richter Fillinger hatte Windisch einen "angespannten Eindruck" erweckt und gesagt, dass er den Amberger Beschuldigten gerade mehr als drei Stunden vernommen habe und vollkommen geschafft sei. Er, Windisch, frage sich, wie die Kammer ein derart langes Verfahren durchstehe. "Auf diese Aussage hin kann es sein, dass ich gelacht habe", so Fillinger. "Es ging nicht um inhaltliche Vorwürfe."

Der Befangenheitsantrag wurde abgelehnt. Die Entscheidung trafen die Richter Thomas Hys, Peter Werner und Matthias Bauer.
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