Flächenverbrauch in der Oberpfalz
Jeden Tag vier Fußballfelder verloren

Der Flächenverbrauch in der Oberpfalz nimmt zu. (Foto: wsb)
Politik
Weiden in der Oberpfalz
20.11.2016
330
1

Fürth. In der Oberpfalz hat der Flächenverbrauch in den vergangenen Jahren besonders stark zugenommen. Nach aktuellen Daten des Landesamtes für Statistik erhöhte sich der als Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsfläche genutzte Anteil von 2011 bis 2015 von 10,3 auf 11 Prozent.

Das ist zwar noch immer weniger als der Landesanteil von 11,9 Prozent, doch lagen die Zuwachsraten in der Oberpfalz zuletzt stets über dem bayernweiten Durchschnitt. Insgesamt waren zum Jahresende 2015 106 975 Hektar Bezirksfläche bebaut, überplant oder als Abbaugebiet für Sand, Kies und Steine genutzt. Etwa die Hälfte davon ist durch Bebauung oder Asphaltierung versiegelt. Im Vergleich zu 2014 stieg der Flächenverbrauch in der Oberpfalz um 0,75 Prozent. Jeden Tag gingen damit rechnerisch 2,2 Hektar Freifläche verloren - das entspricht annähernd vier Fußballfeldern.



Den höchsten Zuwachs verzeichnete der Kreis Neustadt/WN mit plus 2,5 Prozent, die Stadt Weiden kam auf plus 0,2 Prozent. Die Stadt Amberg lag mit plus 1,1 Prozent ebenso über dem Bezirksdurchschnitt wie der Landkreis Amberg-Sulzbach mit 1,3 Prozent. Deutlich weniger Fläche wurde in den Kreisen Schwandorf (plus 0,3 Prozent) und Tirschenreuth (plus 0,15 Prozent) zusätzlich verbraucht. Bayernweit wurden Ende 2015 11,9 Prozent der Landesfläche - knapp 840 000 Hektar - als Siedlungs- und Verkehrsfläche genutzt. Dazu zählen auch Gärten, Grünstreifen entlang von Straßen und Schienen sowie überplante Freiflächen, Parks und Friedhöfe. Das Plus im Vergleich zu 2014 betrug 0,6 Prozent, der tägliche Flächenverbrauch belief sich damit auf 13,1 Hektar.

Übers Jahr gerechnet wurde in Bayern eine Fläche von 4772 Hektar ehemals freies Land zur Bebauung oder gewerblichen Nutzung freigegeben. Das entspricht in etwa der Größe des Ammersees, dem drittgrößten Gewässer im Freistaat. Gegenüber dem Jahr 2014 bedeutet dies einen Zuwachs von 20 Prozent. Der Vorsitzende des Umweltausschusses im Landtag, Christian Magerl (Grüne), bezeichnete das als "skandalös".

"Rücksichtslos betoniert"


Entgegen aller Beteuerungen der Staatsregierung werde in Bayern weiterhin "rücksichtslos betoniert und asphaltiert". Mit den von Heimatminister Markus Söder im Landesentwicklungsprogramm geplanten Lockerungen für Gewerbeansiedlungen werde sich der Flächenfraß weiter erhöhen. "Das Bekenntnis zu Bayerns Kulturlandschaften kommt bei der CSU nur noch in Sonntagsreden vor", klagte Magerl. Auch Landschafts- und Heimatpflegeverbände kritisierten den ungebremsten Flächenverbrauch im Freistaat.
1 Kommentar
96
Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 22.11.2016 | 21:44  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.