Fünf Jahre Haft für 22-Jährigen Drogendealer
Drogen an 14-Jährige verkauft

Für fünf Jahre schickten Landgerichtspräsident Walter Leupold, Richter Matthias Bauer sowie die Schöffen Sabine Müller und Bernhard Kick einen 22-Jährigen hinter Gitter. Der Ledige hatte von April 2013 bis zu seiner Festnahme im September 2014 mindestens 171 Mal Jugendliche mit Marihuana und Kräutermischungen versorgt.

Weiden. (rns) Die jüngsten seiner Kunden waren 14, weitere 15, 16 und 17 Jahre alt. In seiner Zwei-ZimmerWohnung, in der er zusammen mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Kleinkind lebte, hatte der Weidener eine wahre "Drogenhöhle" eingerichtet. "Zeitweise kifften in der kleinen Wohnung bis zu 15 Personen - und das im Beisein des Kindes", sagte ein Kripo-Beamter. Nach Hinweisen aus dem Rauschgiftmilieu hatte die Polizei über einen Monat auch das Telefon des Verdächtigen abgehört. In den Gesprächen sei es immerzu nur um eines gegangen: Um Drogen.

Der aus Kasachstan stammende Azubi, der selbst hauptsächlich Kräutermischungen konsumiert, hatte sein Geschäft auf Marihuana beschränkt, nachdem es zu mehreren medizinischen Notfällen bei seinen Kunden gekommen war. Er selbst habe als 16-Jähriger mit dem Kiffen angefangen, später sei "Spice" dazu gekommen und gelegentlich Methamphetamin, berichtete er.

Mit den Kleinmengen von ein bis vier Gramm Marihuana habe er auch nicht viel verdient. Teils hatte er das Rauschgift auch unter dem Einkaufspreis abgegeben, beispielsweise wenn ihm eines der jungen Mädchen beim Aufräumen der Wohnung geholfen hatte oder es auf das Kind aufgepasst hatte. Die Quelle, von der er die Drogen bezogen hatte, wollte der Weidener nicht preisgeben.

Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Christian Härtl warf dem Angeklagten, der seit seiner Verhaftung in der JVA Weiden einsitzt, vor, mindestens zwölf - "wahrscheinlich waren es eher mehr!" - junge Menschen an Marihuana herangeführt zu haben. Und: "In der derzeitigen ,Weidener Qualität' ist Marihuana keine weiche Droge mehr." Dass der vierfach Vorbestrafte außerdem einen 17-Jährigen aus dem Landkreis dazu animierte, weitere Abnehmer heranzuführen, spreche dafür, dass der Handel ihm sehr wohl als Einnahmequelle diente.

Frühes Geständnis

Rechtsanwalt Johannes Zintl bat, das frühzeitige Geständnis seines Mandanten zu würdigen, mit dem er den zahlreichen jungen Zeugen die Aussage vor der 1. großen Strafkammer erspart hatte. Das Gericht verhängte die von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gleichermaßen beantragte Strafe.
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