Für eine "enkeltaugliche Welt"
Dr. Klimenta fordert Kulturwandel

Weniger Auto fahren, regionale Produkte stets bevorzugen: Nur zwei der Handlungsempfehlungen, die Dr. Harald Klimenta (Zweiter von links, hier mit Vertretern der Veranstalter) den Zuhörern gab. Bild: hfz

"Wenn Sie Ihren eigenen Nachruf schreiben: Welche Geschichten wollen Sie, dass über Sie später erzählt werden?" Diese Frage stellte Dr. Harald Klimenta (Regensburg), Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von "attac", im Hotel Post in den Raum. ÖDP, Grüne, Bund Naturschutz, Katholische Erwachsenenbildung und KAB hatten eingeladen zur Information über die Freihandelsabkommen. In kurzweiliger Weise zeigte Physiker Klimenta dabei die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftsweise, Werbeindustrie, Welthandel, Freihandelsabkommen, ökologischer Krise und sozialer Ungerechtigkeit auf.

"Wir brauchen einen Kulturwandel, um unseren Enkeln eine lebensfähige Welt zu hinterlassen", lautete die Quintessenz des informativen Abends. Zehn Handlungsempfehlungen gab er den Zuhörern mit: Möglichst wenig fernsehen, Auto fahren, Flugreisen und Smartphone-Nutzung. Nur Biofleisch kaufen, regionale Produkte immer bevorzugen, bei kleinen Geschäften kaufen, viel für die Persönlichkeitsentwicklung tun, sich politisch engagieren und Beziehungen vor Geld setzen. Die Freihandelsabkommen und die derzeitige Wirtschaftsweise gefährdeten unsere Demokratie und schränkten unsere Gestaltungsmöglichkeiten ein, warnte der Referent. Nach seiner Einschätzung ist das Freihandelsabkommen TTIP "nicht mehr durchsetzbar" - hier habe sich Europas Bevölkerung behauptet. Im Vortragsraum war man sich einig, dass derzeit vor allem CETA und TISA verhindert werden müssten, da sie in die Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunen eingreifen. In diesem Zusammenhang wurde zur Teilnahme am Volksbegehren aufgerufen, den bayerischen Ministerpräsidenten zu verpflichten, im Bundesrat gegen die Ratifizierung dieser Freihandelsabkommen zu stimmen.
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