Für Geburten seit dem 1. Juli gilt das neue Elterngeld-Gesetz
Elterngeld kein Kinderspiel

Jedes Elternpaar müsse für sich selbst entscheiden, welche Gestaltung des Elterngeldes optimal sei, sagte Teamleiter Klaus Spangler (Zweiter von links) vom Regensburger Zentrum Familie und Soziales. Zum Infoabend eingeladen hatten die Gleichstellungsbeauftragten von Landkreis, Stadt und Arbeitsagentur. Von links: Barbara Mädl, Monika Langner und Margot Salfetter. Bild: Bühner

Für Geburten seit dem 1. Juli gilt das neue Elterngeld-Gesetz. Es heißt "ElterngeldPlus" und ist nach den Worten von Familienministerin Manuela Schwesig ein Schritt auf dem Weg in eine neue Familienzeit. Doch die Neuregelungen müssen den Betroffenen erst einmal erklärt werden.

(sbü) Das dafür zuständige Zentrum Bayern Familie und Soziales in Regensburg braucht die Hilfe von Beratungseinrichtungen. In einer Informationsveranstaltung wurden sie jetzt auf den neuesten Stand gebracht. "Das ElterngeldPlus ist schwierig zu verstehen, deshalb sind wir personell nicht in der Lage, alle Informationswünsche zu erfüllen" bedauerte Klaus Spangler, Teamleiter im Zentrum Familie und Soziales in Regensburg. Seine Behörde ist das ehemalige Versorgungsamt, zuständig für die gesamte Oberpfalz.

Mehr Flexibilität

Spangler bat die Beratungseinrichtungen für junge Familien oder für Schwangere um Mithilfe, das neue Elterngeldrecht bekannt zu machen. Das Bündnis für Familie der Stadt Weiden und des Landkreises Neustadt/WN hatte zur Informationsveranstaltung über die Neuregelungen des Elterngeldgesetzes ins Neue Rathaus in Weiden eingeladen. Das Gesetz soll mehr Flexibilität für Eltern bei Kinderbetreuung und Berufstätigkeit bringen. Die versammelten Beratungsfachkräfte von Donum Vitae und den anderen Einrichtungen lernten zunächst vor allem drei zentrale Begriffe aus den neuen Rechtsbestimmungen: Basis-Elterngeld (das bisherige Elterngeld), ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus.

"Diese drei Elemente müssen miteinander kombiniert werden", sagte Spangler. Empfehlungen dafür könne er aber nicht geben, denn die Entscheidung hänge von den persönlichen Lebensverhältnissen der Betroffenen ab. Deshalb stellte der Experte das Neue im Elterngeldrecht in den Mittelpunkt seiner Ausführungen:

ElterngeldPlus macht es Müttern und Vätern leichter, Elterngeld und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren. Arbeiten die Eltern während des Elterngeld-Bezugs in Teilzeit, bekommen sie länger ElterngeldPlus. Aus einem Elterngeld-Monat werden zwei Monate ElterngeldPlus, allerdings nur in halber Höhe.

Neu ist auch der Partnerschaftsbonus . Teilen sich Mutter und Vater die Kinderbetreuung und arbeiten parallel für vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhalten sie zusätzlich für vier Monate ElterngeldPlus.

Spangler empfahl seinen Zuhörern zudem: "Bevor Sie sich das Elterngeld ausrechnen lassen, beantworten Sie die Frage, ob Sie Arbeitnehmer sind oder eine selbstständige Tätigkeit ausüben." Schon eine eigene Photovoltaikanlage mache jemanden zum Selbstständigen. Dann werde nicht das vorherige Monatseinkommen, sondern das Einkommen des Kalenderjahres zugrunde gelegt.

Zahlreiche weitere Detailregelungen wurden ebenfalls angesprochen, so zum Beispiel, dass bei Alleinerziehenden für den Bezug von Elterngeld jetzt nicht mehr das alleinige Sorgerecht vorliegen müsse. Auch dass Elterngeld in die Steuerprogression einfließe, wurde erwähnt. Weitere Themen waren die Anrechnung von Mutterschaftsgeld sowie Fallgestaltungen, in denen Elterngeld zurückbezahlt werden muss. Weil die Thematik sehr komplex ist, sollten Antragsteller sich frühzeitig umfassend darüber informieren.
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