Für Jugendarbeit lange geschuftet
Stadt und Jugendring unterzeichnen neuen Grundlagenvertrag

Mit ihren Unterschriften besiegelten OB Kurt Seggewiß (vorne, links) und Tobias Reichelt (rechts daneben) die Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Stadtjugendring. Dezernent Hermann Hubmann (links) und Jugendamtsleiterin Bärbel Otto hatten das Vertragswerk mit ausgehandelt. Bild: Schönberger
Politik
Weiden in der Oberpfalz
18.02.2016
359
0

Was eineinhalb Jahre währte, wird in eineinhalb Minuten gut: In vierfacher Ausfertigung setzen Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Stadtjugendring-Chef Tobias Reichelt am Donnerstag ihre Unterschriften unter ein Vertragswerk, das die Zusammenarbeit von Kommune und SJR neu regelt. Eineinhalb Jahre Arbeit stecken in diesen Seiten. Eineinhalb Jahre Treffen, Sitzungen, Verhandlungen, auch Ärger und Irritationen. Jetzt, am Konferenztisch im Neuen Rathaus, atmen die Partner hörbar auf. Reichelt rühmt ein "sehr gutes Vetragswerk, mit dem beide Seiten sehr zufrieden sein können".

Den bisherigen Grundlagenvertrag haben noch Hans Schröpf als OB und Helmut Fiedler als SJR-Vorsitzender unterschrieben - 18 Jahre ist das her. In der Jugendarbeit eine Ewigkeit, meint Seggewiß. Der Kontrakt habe dringend einer Anpassung und Modernisierung bedurft, gerade auch hinsichtlich Drogenprävention (Crystal Meth) und jungen Asylbewerbern. Neben dem eigentlichen Grundlagenvertrag enthält das 23-seitige Heft auch ein "maßgeschneidertes" Konzept zur Jugendarbeit in Weiden. Jugendamtsleiterin Bärbel Otto freut sich, dass darin "eine Tendenz zur Jugendsozialarbeit" festgeschrieben sei. Unter anderem sollen die festen Mitarbeiter des Jugendzentrums ihr Klientel bei Bedarf an Brennpunkten aufsuchen. "Coaching" im Juz - etwa bei Bewerbungen oder in Lebenskrisen - führt Reichelt als Beispiel an. Erstmals festgeschrieben ist ein für die Stadt transparentes Qualitätsmanagement zur Arbeit in der Frühlingstraße. Der SJR ist nach wie vor Betreiber des Jugendzentrums, die Stadt die Trägerin.

Für Reichelt besonders wichtig: Die 2009 geschaffene "vierte Stelle" im JuZ hat es in den Vertrag geschafft. Damit könne der Jugendring sein bisheriges Leistungsangebot aufrecht erhalten - von der Mitarbeit bei der Initiative "Need No Speed" bis hin zur Ausrichtung von Kinderbürgerfest und "Dance Your Style"-Contest. Reichelts als auch Seggewiß' Dank gilt dem Stadtrat, der dies mehrheitlich abgesegnet hat, sowie dem Bayerischen Jugendring für die fachliche Begleitung. Überhaupt leiste Weiden Vorbildliches in Sachen Jugendarbeit, betonen beide. Der Oberbürgermeister verweist auch auf das Schülercafé, Initiativen wie AK Asyl und Vereine wie "Neue Zeiten".

Anpassungen möglich


Wie lange hält der neue Grundlagenvertrag? Sicher keine 18 Jahre. Spätestens nach zehn Jahren muss er auf den Prüfstand, findet Seggewiß. Laut Hubmann lässt er jedoch "flexible Anpassungen" zu. Mit Blick aufs Personal hätte auch Reichelt nichts dagegen: "Mit Aufwärtsergänzungen sind wir immer einverstanden."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.