Gar nicht so bittere Tatsachen
Kräutersuche bei der Frauenunion

Gegen alles ist ein Kraut gewachsen, weiß Expertin Ulrike Gschwendtner (rechts). Auf Einladung von Sabine Zenger stellte sie ihre Erkenntnisse bei der Frauen-Union vor. Eine lehrreiche "Kräutersuche". Bild: Kunz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
09.02.2016
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"Sauer macht lustig, und bitter macht einen flachen Bauch." Warum? Ulrike Gschwendtner verriet's: "Bitter bremst die Lust auf Süßes." Und nicht nur das fanden ihre Zuhörerinnen von der Frauen-Union auf der "Kräutersuche" heraus.

Es gab reichlich zum Probieren für die Mitglieder der Frauen-Union im "Café Mitte". Denn gegen alles sei ein Kraut gewachsen. Die Damen erfuhren, dass die Brennnessel am besten auf alten Dachböden aufgehoben sei, wo sie langsam vor sich hin trocknen könne. Brennnesselstiche seien optimale Rheumaprofilaxe. Birkentee hingegen sei gut für die Nieren. Zu Öl verarbeitet, erweise sich die Birke als hautstraffend. Schon die alten Germanen hätten Birkenöl bevorzugt, erklärte die Referentin.

Die Birke sei rundherum verwendbar. Zum einen habe sie antiseptische Wirkung, zum anderen sei das Holz geeignet, Brot haltbarer zu machen. In Osteuropa werde Birkenholz nach wie vor verwendet. Man könne die Birke auch anzapfen und ihr Flüssigkeit entziehen. Aber Vorsicht: "Der Baum kann bei unsachgemäßer Anwendung eingehen."

Heil- und kleidsam


Die Heilkraft befinde sich direkt unter der Außenrinde. "Das Gelbe", wie Ulrike Gschwendtner betonte. Aus der Rinde hätten Indianer ihre Kanus gebaut, und kleidsam sei sie auch. Für die alten Germanen sei Birkensaft im Frühjahr ein Krafttrunk gewesen. Als nächstes beschrieb die zertifizierte Kräuterführerin die Heilkraft von Bärlauch. Im Quark vermischt wirke sich das Kraut positiv auf die Darmflora aus. Es helfe aber auch gegen Artheriosklerose. "Wenn sich der Darm wohlfühlt, sieht man das auch der Haut an." Bitterstoffpflanzen wie Löwenzahn förderten die Verdauung. "Geben Sie ein paar Blätter mit in den Salat." Bei Organschwäche sollte man allerdings bei der Einnahme von Radikalpflanzen aufpassen.

Löwenzahn helfe gegen Rheuma, Gicht und chronische Müdigkeit. "Passen Sie bei der Speisenzubereitung auf, dass möglichst viele Bitterstoffe mit reinkommen. Ihre Verdauung wird es Ihnen danken." Das habe schon Hildegard von Bingen gewusst. Weitere Kräuter, die vorgestellt wurden, waren das "Schönheitselixier" Vogelmiere und der Giersch, der stark blutreinigend sei. Mariendistel und Schafgarbe hätten früher als Wunderheilmittel gegolten.

Ferner stellte die Expertin das Gänseblümchen vor. "Es hat auch regenerierende Eigenschaften und hilft bei unreiner Haut." Außerdem sei es ein Seelenbalsam. Zu Beachten gebe es bei allen Kräutern, dass sich nicht jede Pflanze bei jedem Menschen gleich auswirke.
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