Grötsch für bessere Anerkennung der Berufsausbildung
Flüchtlinge als Chance

Mit der besseren Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen lasse sich das Demografieproblem leichter in den Griff bekommen, erklärte Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch (r.) beim SPD-Stadtverband. Bild: Kunz
Weiden. (uz) In diesem Jahr könnten Städte und Gemeinden Fördermittel in Höhe von 700 Millionen Euro abrufen, erklärte MdB Uli Grötsch bei der ersten öffentlichen Vorstandssitzung des SPD-Stadtverbands im Hotel "Stadtkrug". Der Politiker referierte über die Themen Städtebauförderung und Integrationspolitik.

Dabei unterstrich MdB Grötsch, dass seit Bestehen der großen Koalition auf Betreiben der SPD gerade die Mittel für diesen Bereich, der von der Vorgängerregierung erheblich gekürzt worden war, ausreichend zur Verfügung stünden. Um Ungleichgewichte zu beseitigen sei geplant, die Förderprogramme in Ost- und Westdeutschland zusammenzuführen.

Auch sollten gerade Städte mit geringen finanziellen Spielräumen in Zukunft mehr von den Förderprogrammen profitieren können, da ein kommunales Investitionsprogramm aufgelegt werde. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß betonte, dass er bezüglich der Förderprogramme sowohl mit Grötsch als auch mit Florian Pronold, dem zuständigen Staatssekretär, in Kontakt bleiben werde. Durch diese Verbindung verspreche er sich, langgehegte Wünsche - wie etwa den Wittgarten-Durchstich oder eine Neugestaltung der Max-Reger-Straße - doch noch realisieren zu können. Stadtverbandsvorsitzender Norbert Freundorfer teilte mit, dass er Pronold bereits nach Weiden eingeladen habe und dieser ein Kommen im Frühsommer zugesagt habe.

Im Bereich der Flüchtlings- und Asylpolitik berichtete Grötsch, dass die Anzahl der Asylsuchenden aus dem Kosovo in den letzten Wochen um 90 Prozent gesunken sei. Der starke Zustrom zu Beginn dieses Jahres sei darauf zurückzuführen, dass im Kosovo das Gerücht verbreitet worden war, dass Asylsuchende vom Balkan in Deutschland sofort ein Aufenthaltsrecht und ein Begrüßungsgeld erhielten. Nachdem dies nun widerlegt sei, habe sich die Situation wieder normalisiert. Anders jedoch die Situation der Kriegsflüchtlinge aus Syrien und Irak. Hier sei weiterhin mit einer hohen Anzahl von Neuankömmlingen zu rechnen. Die Anerkennungsquote liege bei 98 Prozent. Ein Großteil der Flüchtlinge - nämlich mehr als zwei Millionen - lebe derzeit im Libanon.

Bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Deutschland diese Zuwanderer brauche, um dem demografischen Wandel zu begegnen. Einhellig wurde es abgelehnt, dass gerade aus Ländern in Südeuropa gezielt Fachkräfte abgeworben werden, die zum dortigen Wiederaufbau einer soliden Wirtschaft dringend nötig seien. Vielmehr sollte Deutschland die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen für Personen verbessern, die bereits bei uns lebten. Zudem sollte Deutschland mehr unternehmen, damit die im Moment ankommenden Flüchtlinge eine berufliche Qualifikation erhielten. Weiterhin sei es absolut nötig, Asylverfahren und Aufenthaltsregelungen zu vereinfachen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.