Grüne nominieren Gisela Helgath und Mathias Schüßler
Stadträtin will in Bundestag

Mit Sonnenblumen gratuliert Wahlkampf-Manager Günter Stalinski: 28 von 30 Grünen-Delegierten stimmten für Gisela Helgath als Direktkandidatin für den Bundestag. Gleichzeitig wird sie ermuntert, auch um einen aussichtsreichen Listenplatz zu kämpfen. Bilder: Kunz (2)
Politik
Weiden in der Oberpfalz
20.10.2016
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Grünen-Bezirksgeschäftsführer Dr. Sascha Keilholz (links) gratuliert Mathias Schüßler zur Listenkandidatur. Der Fachoberschüler, gerade erst 18 Jahre alt geworden, sieht sich als "Katalysator", jungen Menschen Politik näherzubringen.

Nur schimpfen - "das war nie mein Ding", sagt Gisela Helgath. Die Grünen küren die Weidener Stadträtin zur Direktkandidatin für den Bundestag. Und Listenkandidat ist einer, der erst vor einer guten Woche den 18. Geburtstag feierte.

28 der 30 anwesenden Delegierten votierten für Helgath, die sich damit am Mittwochabend im Hotel "Stadtkrug" als Direktkandidatin für den Bundeswahlkreis 235 Weiden-Neustadt-Tirschenreuth aufstellen ließ. Einer enthielt sich, ein anderer stimmte dagegen. Einstimmig zum Listenkandidaten bestimmte die Versammlung Mathias Schüßler aus Tirschenreuth. Der nun 18-jährige Pfadfinder besucht die 12. Klasse der FOS in Weiden (Fachrichtung Wirtschaft). Er sieht seine Kandidatur als Gegenpol zur zunehmenden Politikverdrossenheit junger Leute.

"Seit gut 20 Jahren bin ich bei den Grünen", hatte Gisela Helgath berichtete. "Ich habe mir die Truppe hier in Weiden erst einmal angeschaut, bin dann beigetreten, habe flugs ein Amt bekommen und bin dann 2003 als Nachrückerin für Klaus Bergmann in den Weidener Stadtrat gekommen." Sie wisse, was es bedeutet, mit seiner Meinung manchmal ganz alleine dazustehen und andere überzeugen zu müssen.

Gegen CETA


Reichtum werde vererbt, resümierte sie: "Eine höhere Erbschaftsteuer könnte ein Korrektiv sein." Und: "Ich bin für Handelsabkommen, aber sie müssen am Gemeinwohl, nicht nur dem von Deutschland, orientiert sein." CETA in dieser Form "wollen wir nicht", ebenso wenig die Handelsabkommen mit Afrika. Sie führten zu Flucht und Vertreibung. "Wir tun vieles dazu, dass die Situation mit den flüchtenden Menschen gerade so ist, wie sie ist." Außerdem sprach sich die Kandidatin für eine Elektrifizierung der Bahnstrecke aus. "Wir können uns einer Verteilung des Güterverkehrs auf mehrere Schienenwege nicht verschließen."

"Der Schutz des Wassers ist ein weiteres Anliegen, das nur mit einer ökologischen Landwirtschaft gelingen kann", betonte Helgath. Baumwolle zähle zu den landwirtschaftlichen Produkten. "Kennen sie die Produktionsbedingungen? Viele indische Bauern bringen sich um, weil sie von den Saatgutherstellern über den Tisch gezogen werden, sich verschulden und nebenbei mit den verpflichtend abzunehmenden Spritzmitteln ihren Grund und Boden auf Jahre verseuchen." Helgath: "Mein persönlicher Einsatz würde dem fairen Handel, besonders in der Bekleidungs- und Textilindustrie, gelten."

Strom vor Ort erzeugen


Unsere Wirtschaft müsse sich ändern: "am Gemeinwohl orientiert und nicht am Geschäftsinteresse immer größer werdender Firmenkonglomerate. Da blickt keiner mehr durch. Wir brauchen Regeln in einer globalisierten Welt." Diese Regeln würden nicht nur im Europaparlament gemacht, sondern auch im Bundestag. Weiter votierte Gisela Helgath gegen die Starkstromtrasse und plädierte für Energieversorgungsanlagen vor Ort. Hier gab allerdings Georg König zu bedenken, dass dies ein zweischneidiges Schwert sei: "Wie können wir an den Informationsständen den Leuten unseren Standpunkt nahe bringen, wenn wir als Grüne einerseits für die Stromtrassen eintreten, andererseits aber dagegen sind?"

Schüßlers Schwerpunkte zielen auf die Bekämpfung von Extremismus, liegen im Umweltbereich und in der Wirtschaft: "Ich finde es vor allem in momentanen Zeiten essenziell, sich ausführlich zu informieren und sich für einen klaren Standpunkt gegen Hetzerei und Diskriminierung auszusprechen." Besonders TTIP und TiSA müssten ausführlich erklärt und verstanden werden."
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