Grünen-MdB Uwe Kekeritz zu Besuch beim AK Asyl
Aufs Herz kommt's an

Ob sie den Kindern des AK Asyl bei den Hausaufgaben helfen können? Uwe Kekeritz, Veit Wagner (sitzend), Günter Stalinski, Erich König und Johann Mayer besichtigen zusammen mit Jost Hess (von links) die Einrichtung des Arbeitskreises in der Luitpoldstraße. Bild: frb

Ein Bundestagsabgeordneter der Grünen besuchte den Arbeitskreis Asyl und erfuhr, woran es mangelt: an einer Versicherung. Nun nimmt der Politiker eine Frage mit nach Berlin: Kann die Regierung haftbar gemacht werden?

Ohne die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter würde es nicht gehen. Egal, ob in der Küche, beim Spielen oder beim Lernen. 25 Personen engagieren sich derzeit unentgeltlich beim AK Asyl zum Wohl von Migrantenkindern. Das beeindruckt auch den Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz. Der Grünen-Politiker besuchte nun die Einrichtung des Arbeitskreises in der Luitpoldstraße.

240 bis 250 Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse seien derzeit in den drei Standorten des AK Asyl in Betreuung. "Die Kinder kommen nach der Schule zu uns. Dann werden sie verpflegt, können sich beim Spielen austoben, und danach werden die Hausaufgaben gemacht", erklärt Jost Hess dem Politiker. Hess und seine Frau Ursula haben den AK Asyl vor gut 30 Jahren gegründet.

Apropos Verpflegung: Im Arbeitskreis werde jeden Tag frisch gekocht und großer Wert auf Bio-Produkte gelegt, wie Hess beim Rundgang durch die Einrichtung erklärt. Eine der zeitintensivsten Aufgaben sei dennoch die Hausaufgabenbetreuung: "Den Erfolg unserer Arbeit sehen wir darin, dass immer mehr unserer Kinder auf weiterführende Schulen gehen", betont Hess stolz.

Je fünf Kinder werden im AK Asyl von einem Mitarbeiter betreut. Und das täglich bis rund 19 Uhr. Die meisten Kinder haben Probleme mit der deutschen Sprache. "Bei uns wird aber Deutsch gesprochen. Nichts anderes ist erlaubt", sagt der AK-Gründer. "Wenn man muss, macht man es auch. Das ist wie in der Schule."

Keine negative Stimmung


"Und wie sieht es mit der Akzeptanz der Flüchtlinge in Weiden aus?", will Kekeritz wissen. Laut Hess seien keine negativen Stimmungen bekannt. In der Einrichtung gebe es auch keine Problemgruppen. "Egal, welche Religion oder Hautfarbe: Das, worauf es ankommt, ist das Herz", so Hess.

Seit Beginn des Jahres gibt der AK Asyl auch Kindern aus der Erstaufnahmestation in der Mehrzweckhalle die Chance auf Bildung. "Wir holen sie vormittags von halb neun bis halb zwölf zu uns und lernen mit ihnen Deutsch", sagt Hess. "Viele der Flüchtlinge leben bis zu einem halben Jahr dort und können in dieser Zeit nicht in die Schule gehen." Doch wer haftet, falls etwas passiert? "Ursula und ich haben unterschrieben, dass wir persönlich haften." Die Regierung übernehme bisher keine Versicherung. Ein Punkt, den der Bundestagsabgeordnete schnellstmöglichst in Berlin klären möchte.
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