Hautpversammlung der Freien Wähler - Widerstand gegen Stromtrassen und TTIP
„Wo war der Aufschrei?“

Nein zu Fracking und zu fragwürdigen Freihandelsabkommen: Dafür stehen die Freien Wähler um Rainer Sindersberger (von links), Uschi Riedlbauer, Alois Frank, Dr. Karl Vetter und Peter Leitermann. Bild: Kunz

Lauter Protest gegen Stromtrassen und TTIP, weniger Verkehrslärm vor der Haustür. Verschiedenste Themen bewegen die Freien Wähler. Umso mehr wollen sie die Bürger aufrütteln.

Ohne Widerstand wird die Stromtrasse durchgewunken. Dieses Fazit zog jedenfalls der Orthopäde und MdL Landtagsabgeordneter Dr. Karl Vetter bei der Hauptversammlung der Freien Wähler (FW) Weiden. "Wo war der Aufschrei der Politiker aus dieser Region?" Natürlich gingen die Planer den Weg des geringsten Widerstands. Hundert Kilometer weiter westlich sei ihnen der Gegenwind zu stark gewesen.

Dabei brauche es diese Trasse gar nicht. "Wir müssten nur die dezentrale Stromversorgung intensiver nutzen." Es gehe auch gar nicht um die Versorgung an sich. "Da liegen ganz andere Interessen vor. Da sind Eon und Tennet beteiligt, die sich ins Offshore-Geschäft eingeklinkt haben." Diese Großkonzerne steckten hinter dem Bau der Trassen.

Am 25. April organisierten die FW in Altenstadt eine Infoveranstaltung, die aufzeigen werde, dass die Versorgung auch ohne Trassen funktioniere, betonte Vorsitzender Alois Frank. "Es gäbe ja auch den dezentralen Energiemix." Überhaupt nicht absehbar sei, wie sich die Magnetfelder dieser Monstertrassen auf Mensch und Umwelt auswirkten. Massive Fundamente könnten auch Wasseradern abdrücken. Er und Vetter machten sich auch für den Widerstand gegen TTIP stark, weil es nicht angehe, dass Vertragsverhandlungen zwischen Europa und den USA hinter verschlossenen Türen stattfänden und nicht mal Volksvertreter ausreichend informiert würden.

Stadtrat Rainer Sindersberger forderte vom Freistaat, die Mittel für Flüchtlingshilfen bald bereitzustellen. Es könne nicht sein, dass die Kommunen Vorschub leisteten und dann aufs Geld warten müssten. In Weiden funktioniere die Integration sehr gut, weil die Bürger und große Helferkreise sich hinter die Flüchtlingen stellten. "Die Freien Wähler sind ein kleiner, aber feiner politischer Verein", unterstrich Frank in seinem Rechenschaftsbericht. Die Mitgliederzahl sei stabil. Der politische Informationsfluss erfolge weitgehend über die sozialen Medien, über die eigene Homepage und Facebook.

Seine Gruppierung engagiere sich stark für ein Nein zum Fracking im Weidener Becken und für den Schutz des Grundnahrungsmittels Wasser. "Durch Fracking befürchten wir, dass unser Grundwasser verseucht werden wird." Es gebe nämlich überhaupt keine Lösung, wie die 35 Millionen Tonnen an Quecksilber letztendlich entsorgt werden sollten.

Die FW, so Frank, forderten bei Entscheidungen wie TTIP ein Mitspracherecht. Die CSU sei natürlich für das Freihandelsabkommen. Aber: Demokratie sei keine Diktatur. Auch in Weiden zeichneten sich Erfolge der FW ab. So bekomme die Ostmarkstraße vom Butterhof bis zum Hammerweg einen neuen geräuschdämpfenden Teerbelag, wie er im Kommunalwahlkampf gefordert habe. Schlussendlich warnte Frank vor der AfD und ihrem "Wahlprogramm des Grauens".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.