Hochbegabtenförderung gehört zu den zentralsten Fragen in der Pädagogik
Es geht nicht um Eliten

Zusammen mit Schulleiterin Sigrid Bloch vom Kepler-Gymnasium Weiden (Zweite von links) stellten Armin Hackl sowie Tamara Lux, Susanne Kirchner und Verena Hauke ihre pädagogischen Konzepte vor. Bild: Bühner
Politik
Weiden in der Oberpfalz
27.10.2016
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(sbü) Es gibt in ganz Bayern nur acht seiner Art, darunter das Kepler-Gymnasium, das sich Kompetenzzentrum für Begabtenförderung nennen darf. Die Ernennung, der ein langjähriger Probelauf vorangegangen ist, feierte die Schule mit vielen Ehrengästen. Der "Fokus" liege auf den besonders Begabten, für die jeder Lehrer sensibilisiert werden sollte, sagte Schulleiterin Sigrid Bloch.

In der Feierstunde war dann sehr viel über Begabtenförderung zu erfahren. Tamara Lax, Susanne Kirchner und Verena Hauke bilden das Kompetenzteam für Begabtenförderung. "Wir unterrichten keine Fächer, sondern Schüler", formulierte Hauke als Leitsatz ihrer Arbeit. Mit Lax und Kirchner stellte sie das pädagogische Konzept der Begabtenförderung vor.

Schüler als Einzelperson


Die Schüler müssten als Einzelpersonen dabei gesehen werden. Über geeignete Anregungen sollten diese dazu gebracht werden, sinnorientiert und verantwortungsbewusst zu handeln. Dabei gehe sowohl um den kognitiven, als auch um den sozialen und emotionalen Bereich. Erfahrungen aus den Hochbegabtenklassen sollen auch auf die Regelklassen übertragen werden.

Eine Lehrstunde über die Förderung Hochbegabter lieferte dann Oberstudiendirektor a.D. Armin Hackl, Projektleiter von der Karg Campusschule Bayern. Hochbegabtenförderung noch im Jahr 2000 ein "Tabuthema", habe sich zum "Trendthema" gewandelt. Auslöser für diese Entwicklung seien Eltern gewesen, deren hochbegabte Kinder am Gymnasium versagt hätten. "Es ist in unserem Schulsystem oft nicht angenehm, begabt zu sein", äußerte er duchaus Kritik. Auch heute gebe es noch immer "hochintelligente Schüler, die ihre Begabung im schulischen Kontext nicht umsetzen können". Noch immer verlange das Schulsystem die "normierte Leistung".

Aus der psychologischen Forschung sei längst bekannt, "hohe Begabungen müssen sich nicht in schulischen Leistungen beweisen". Begabung könne auch nicht in Raster durch "Intelligenzkoordinaten" eingeteilt werden. Nichts sei differenzierter als eine Klasse mit begabten Kindern. Die Gesellschaft sei nach wie vor voller Klischees über "Streber oder Überflieger". Begabte müssten "mit ihrem Schicksal versöhnt werden". Begabtenförderung müsse das individuelle Potenzial aktivieren und personelle Entwicklung ermöglichen. In der Begabtenförderung müsse der Spagat zwischen Individualisierung des Lernens und den Normen der Schulordnung geschafft werden

Für die musikalische Abrundung der Feierstunde sorgte die "Kepler Big Band". Saskia Lang, begleitet von Thomas Schnappauf, lieferte ein gesangliches Intermezzo. Grußworte der Stadt sprach Gabriele Laurich.
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