Im Baumarkt Crystal gespritzt

Mit "Dobrý den!" begrüßte Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl die Zeugen. Drei tschechische Polizisten und eine wissenschaftliche Sachverständige mussten vor dem Schöffengericht gegen einen Angeklagten (34) aus dem östlichen Landkreis aussagen.

Weiden. (rns) Der ledige Umschüler war vor eineinhalb Jahren in einem Baumarkt in Cheb (Eger) mit knapp elf Gramm Methamphetamin erwischt worden. Da der Besitz einer so großen Menge sowohl in Tschechien als auch in Deutschland strafbar ist, gaben die tschechischen Behörden das Verfahren nach Weiden ab, erklärte Staatsanwalt Rene Doppelbauer auf Nachfrage. Hier werde die Tat nun nach deutschem Recht verfolgt.

Spritze auf Damentoilette

Eine Inhaftierung in der Nachbarrepublik bis zu einer Verhandlung dort wäre unangemessen gewesen. Diese Verfahrensweise werde häufig auch bei Straftaten ausländischer Bürger in Deutschland angewandt. Ein Ladendetektiv habe den Angeklagten beobachtet, wie er sich in der Damentoilette des OBI-Markts in Eger eine Spritze setzte. Daraufhin wurde die Polizei gerufen.

Die Beamten stellten Rauschgiftutensilien und 10,78 Gramm "Crystal" im Abfalleimer sicher, berichteten die Polizisten. Hartnäckig fragte Rechtsanwalt Helmut von Kietzell als Verteidiger des ledigen, mehrfach vorbestraften Mannes immer wieder nach, ob es nicht zu einer Verwechslung der sichergestellten Asservate gekommen sein könnte und ob diese auch ganz sicher von seinem Mandanten stammen würden.

Da ein Kriminaltechniker mittlerweile nicht mehr für die Polizei arbeitet und der Ladendetektiv wegen einer Autopanne nicht zum Prozess vor dem Schöffengericht erschienen war, musste Heindl die Verhandlung vertagen. Glücklicherweise war Polizeikommissar Kalupek aus Karlsbad anwesend, der sehr gut Deutsch spricht und die Adressen der beiden Zeugen zur Hand hatte. Er wird die Vorladungen übermitteln und dem Amtsgericht berichten. Fortsetzung am Dienstag, 17. März, um 13 Uhr.
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