Internet in Weiden
Flächendeckend versorgt - aber nicht flächendeckend schnell

Bild: Wilck
Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.03.2016
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Weiden ist flächendeckend mit Internet versorgt. Allerdings nicht überall mit schnellem Internet. Für Tröglersricht-Zollhaus macht die CSU Tempo.

Ab Mai soll's so richtig flitzen, wo es bisher noch lahmt. In der Stadtratssitzung berichtete Dezernent Reiner Leibl vom jüngsten Förderverfahren, das Bereiche wie das Gewerbegebiet Nord/Westliche Neustädter Straße, Neubau, Muglhof und Trauschendorf mit schnellem Internet (FTTC-Technik mit mindestens 30 Mbit/s) versorgt. Mit dabei ist auch Tröglersricht - nicht aber Zollhaus. Sehr zum Bedauern von Alois Lukas (CSU): "Wenn Sie dort eine Seite runterladen, können Sie derweil zum Brotzeitmachen gehen."

Im Dorf selbst müssten die Bürger mit einer Internet-Geschwindigkeit von "unter 1 Mbit/s" zurechtkommen. "Abends sind's mal 1,5 oder 1,6, aber mehr haben wir nicht." Heimarbeit am Computer sei in Tröglersricht-Zollhaus unmöglich. "Dort leben auch junge Familien", gab Lukas zu bedenken. Er regte an, den Verteilerpunkt so in Richtung Dorf zu versetzen, dass die Zollhaus-Siedlung mitversorgt sei. Diese liege nun mal nicht in der förderfähigen Zone, entgegnete Leibl. Dass sie nachträglich aufgenommen werde, sei nicht vorstellbar.

Möglicherweise ergibt sich eine Lösung auf dem kleinen Dienstweg: Wie Bürgermeister Jens Meyer aus einem Gespräch mit einem Ministerialdirigenten berichtete, habe das Förderprogramm "noch Reserven". Meyer will nun Bedarf anmelden.

Im Vorfeld des zweiten Breitbandförderprogrammes untersuchte die Beratungsfirma Corwese die Internetversorgung in Weiden. Die ist demnach zwar flächendeckend, aber eben nicht flächendeckend schnell. Einige Einzelfälle seien "aus wirtschaftlicher oder technischer Sicht nicht erschließbar". Dafür empfehle sich die Funklösung LTE oder Satellit. Glasfasertechnik werde bisher nur in Neubaugebieten angeboten.

Dass Staat und Stadt bei der Telekommunikation überhaupt mit Förderungen einspringen müssen, geht Grünen-Fraktionsvorsitzender Karl Bärnklau gewaltig gegen den Strich. Dies sei die Auswirkungen einer Privatisierung, bei der es an Weitsicht gemangelt habe. Bärnklau: "Jetzt muss die Allgemeinheit das bezahlen, was sich privat nicht rentiert."

Wenn Sie dort eine Seite runterladen, können Sie derweil zum Brotzeitmachen gehen.Alois Lukas (CSU) über die Internetversorgung im Bereich Tröglersricht-Zollhaus
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