"Jetzt nehmen wir den Landrat mit"
Weiden will Güterverkehrszentrum in Weiherhammer

Politik
Weiden in der Oberpfalz
11.05.2016
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Von einem Geheimprojekt, bei dem sich die Nebelschwaden lichten, spricht Bau- und Planungsdezernent Hansjörg Bohm. Und auch OB Kurt Seggewiß steht voll und ganz hinter dem Güterverkehrszentrum Weiherhammer, das für die interkommunale Zusammenarbeit stehe. "Jetzt nehmen wir den Landrat mit ins Boot", kündigt er in der Stadtratssitzung an.

Doch es gibt auch Kritiker. Dr. Christian Deglmann (Bürgerliste) sieht das Projekt als "Luftnummer". "Wir kümmern uns um Zeug, das uns nichts angeht", wettert er am Montag. Die Stadt habe die größte Brache der Bahn in Weiden-Süd. "Wir gehen in Vorleistungen, ohne zu wissen, ob wir unser Geld wiederbekommen." Selbst Pilkington verlagere seine Transporte von der Schiene auf die Straße. "Wir sollten uns von diesem Projekt verabschieden." Die Zusagen der Betriebe, das Zentrum zu nutzen, seien "windelweich".

Der Standortklärungsbescheid sei ergangen, der Bedarf ermittelt und bestätigt, berichtet Seggewiß. Mehr als zwei Dutzend Großbetriebe, Wirtschaft sowie das Industrie- und Handelsgremium unterstützten das Vorhaben ausdrücklich. Das Eisenbahn-Bundesamt habe auf Antrag der Gemeinde Weiherhammer den Standort geprüft und befürwortet. Nun gehe es darum, im Hauptantrag die Förderfähigkeit zu klären. Er sei, so der OB, über Deglmanns Kritik erstaunt, der bisher die interkommunale Zusammenarbeit gepredigt habe.

Auch Alois Lukas (CSU) widerspricht dem Stadtrat der Bürgerliste. "Vielleicht springt für Weiden doch etwas heraus. Wir könnten mit einer Bebauung eine hässliche Baulücke in der Dr.-Seeling-Straße schließen." SPD-Fraktionschef Roland Richter verweist darauf, dass die ersten Hürden übersprungen seien. "Die Kosten sind überschaubar. Warum sollten wir umkehren?" Es gehe schließlich darum, eine Schnittstelle für zwei verschiedene Güterverkehre zu schaffen. Stefan Rank (Bürgerliste) wiederum zweifelt am Bedarf und am Standort. Zudem sei die Bahn "zu langsam, zu teuer, zu unflexibel."

Trotz der Bedenken wird der Hauptantrag gestellt.
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