"Jetzt red i": Vorbereitung von Kurt Seggewiß zur Live-Sendung aus Weiden in der Max-Reger-Halle
"Jetzt red i": Kurz, knapp, lustig

BR-Redaktionsleiterin Margot Waltenberger-Walte und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß bereiten die Live-Sendung von "Jetzt red i" am Mittwoch, 29. April, vor. Von 20.15 bis 21 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) sind die Redner gefordert. Die vielfältigen Bürgerthemen werden auch nach 21 Uhr im Live-Stream auf der Sendungsseite (www.jetztredi.de) beantwortet.

"Jetzt red i" lebt von den Themen und den Rednern. Am 29. April sieht ganz Bayern die Live-Sendung aus Weiden. Doch was im Bayerischen Fernsehen so locker-leicht aussieht, bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Und die liegt in der Hand von Margot Waltenberger-Walte. Sie legt die Messlatte hoch.

Zur Vorbereitung der Live-Sendung hat Oberbürgermeister Kurt Seggewiß etwa 30 Personen zum "Themenfindungsabend" in die Max-Reger-Halle geladen. Über 50 sind gekommen. Gefragt seien Themen, die im Verhältnis der Kommune zum Land oder zum Bund lägen. Noch konkreter wird Margot Waltenberger-Walte, die Leiterin der Redaktion Bürgersendungen. Kurz, knapp und lösungsorientiert, lustig und witzig sollen die Beiträge sein. "Bayrisch eben." So bayrisch wie das Bierfilzl, das sie nach fast zweieinhalb Stunden als Eintrittskarte für "Jetzt red i" verteilt.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß bittet um Wortmeldungen. Die Fracking-Gegner berichten von ihren Sorgen. "Völlig grundlos wurde durch die genehmigte Erkundung im Weidener Becken Angst und Schrecken verbreitet", unterstützt sie Seggewiß. Dann kommen die Landwirte. Sie befürchten, es bleibe nicht bei der Ertüchtigung des Ostbayernrings. Auch die "Monsterstromtrasse" komme und verschlinge Hunderte von Hektar an Grund und Boden, orakeln die Bauernführer Reinhard Brunner und Josef Winter.

Kreisbäuerin Christa Kick will die Aktion "Landfrauen in der Schule" vorstellen und fordert mehr als die beiden zugestanden Unterrichtseinheiten. "Nicht neu. Wir brauchen einen anderen Ansatz", meint die BR-Redaktionsleiterin. Das Thema Asylbewerber? "Hatten wir erst." Aber Kreishandwerksmeister Karl Arnold hat "den neuen Ansatz". Die Handwerker würden Asylbewerber gern ausbilden, wenn sie nach der Lehre noch zwei Jahre im Betrieb bleiben dürfen.

Auch aussortiert

Die "Chefin" hört zu, fragt nach und sortiert aus - mal mehr oder weniger deutlich. Nur die "Perlen" dürfen bleiben. Und es gibt sie, die Preziosen, mit denen sie ihre Sendung schmücken kann. Sie werden ganz Bayern aufhorchen lassen und die drei Staatsminister, die zur Sendung eingeladen werden, wohl auch in Verlegenheit bringen.

Da steht etwa Gerhard Krones auf, der über Jahrzehnte die Drogenberatung geleitet hat und auch im Ruhestand versucht, den Drogensumpf auszutrocknen. Er findet deutliche Worte. Immer noch spiele die Politik die Drogenproblematik als regionales Grenzproblem herunter. Dabei habe sie längst europäische Dimension. Es gebe zwar Hochglanzbroschüren zur Drogenaufklärung, aber wirklich Geld für eine qualitätsvolle Prävention, für Personal und echte Hilfe für die Betroffenen fehle. "Vieles bleibt unstrukturiert." Es gebe keine Forschungsarbeit, in die Arbeitgeberverbände und die Krankenkassen eingebunden werden könnten. Aber selbst dieses Projekt brauche eine Anschubfinanzierung, mindestens für drei Jahre. Die große Frage sei unbeantwortet: "Warum lassen sich unsere Kinder so leicht von den Drogen verführen?" Auch Kripochef Thomas Bauer bestätigt die riesigen Probleme, die sich allein durch Repression, durch Kontrollen nicht lösen ließen.

Polizei stärken

Altbürgermeister Josel Zilbauer (Vohenstrauß) verweist auf die Einbruchsserien, unter denen die ganze Region leide. Zugleich aber baue Bayern die Sollstärken bei der Polizei ab. Der Schutz der Bürger? "Unwichtig." 6000 Unterschriften für den Erhalt der gefährdeten Stellen in Vohenstrauß? "Müßig wie ein Kropf..."

Bereits filmreif - auch ohne die Einweisung, die Margot Waltenberger-Walte den künftigen Rednern am Vorabend der Sendung verspricht - sind die Auftritte von Gastwirt, Bäcker und Metzger Hans-Jürgen Nägerl. Er nimmt die Allergen-Kennzeichnung ins Visier und auf die Schippe. Behindertenbeauftragter Alexander Grundler fordert die Barrierefreiheit von "Hauptbahnhof Weiden", und nur einen "befahrbaren Streifen" für Rollstuhlnutzer in der Fußgängerzone. Für den Umbau der Kopfstein-geplagten Fußgängerzonen sei eine Gesetzesänderung (Umlage) nötig und ein Bayern-Förderprogramm längst überfällig.

Ins Kreuzfeuer nehmen Herbert Tischler ("Ich bekomm' so einen Hals"), Bürgermeister Lothar Höher ("längst wichtige Lebensvorsorge") und Thomas Kühn ("Raubbau an den Städten") die Vorgaben, wonach die Förderung von Kultur und Sport als freiwillige Leistungen gelten. Dies müsse als Pflichtaufgabe der Kommunen eingestuft werden. Hier gibt es durchaus hohe Erwartungen an Heimatminister Markus Söder.

Geht's nach den Wünschen der Besucherinnen, wird auch das Schülercafé Scout eine Rolle spielen. Es ist also in Weiden angerichtet für ein hochinteressantes "Jetzt red i".
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