JU-Vorsitzende fordert Konsequenzen bei Arbeitsablehnung
Hartz IV schrittweise kürzen

Zum Auftakt der neuen Gesprächsrunde "Die CSU-Frauenunion trifft ..." begrüßte Vorsitzende Sabine Zenger (Zweite von rechts) den Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht. Ausgesprochen kritische Worte zu Jugendlichen und Hartz-IV-Empfängern fand JU-Vorsitzende Maria Sponsel (Dritte von links). Bild: Dobmeier
Politik
Weiden in der Oberpfalz
29.04.2016
418
9

Premiere mit Albert Rupprecht: Die neue Reihe "Die CSU-Frauenunion Weiden trifft ..." startete mit dem Bundestagsabgeordneten als Gesprächspartner. Dabei kamen aktuelle Themen wie die Eingliederung von Hartz-IV-Familien und Flüchtlingen aufs Tapet.

Eingangs berichtete jedoch die selbstständige Fotografin Kerstin Stolberg von ihren Erlebnissen und der Angst, die sie vier Tage vor der Grenzöffnung 1989 bei der bewegenden Ausreise mit der Familie über Tschechien nach Deutschland hatte.

Jugend fehlt der Respekt


Als gesamtgesellschaftliche Aufgabe erachteten die Gesprächsteilnehmer unter der Regie von FU-Vorsitzender Sabine Zenger die Eingliederung von Kindern aus Hartz IV-Familien, die in Weiden einen sehr hohen Prozentsatz stellen. JU-Vorsitzende Maria Sponsel, von Beruf Lehrerin, erklärte, dass der heutigen Jugend gesellschaftliche Grundwerte und Respekt fehlen würden. Früher hätte es Eltern gegenüber keine Widerrede gegeben. Heute gebe es keine Hemmschwelle mehr. Die Kinder würden alles bekommen, von Kinobesuch bis I-Pad, ohne sich dafür anstrengen zu müssen. Rupprecht verwies in diesem Zusammenhang auf das veränderte Medienangebot.

Sponsel forderte eine schrittweise Kürzung der Hartz-IV-Bezüge, falls die Eltern, die Vorbilder sein sollten, zumutbare Arbeit ablehnen würden. Meist würden sich die Hartz-IV-Bezieher einer Beratung verschließen. Zwecks Eingliederung müssten die entsprechenden Behörden tätig werden, meinten die Teilnehmer. Sie gaben auch zu bedenken, dass ausgelernte Fachkräfte häufig abwandern würden, während der Hartz-IV Nachwuchs vor Ort bleibe.

Initiative zieht sich zurück


Sabine Buchberger, die sich auch um die Kinderbetreuung im Camp Pitman und im Stadtteil Stockerhut annimmt, bedauerte, dass die Initiative ihre Arbeit nahezu eingestellt habe. Es stünden nur noch sozialpädagogische Praktikanten im Café Mitte zur Verfügung neben den über zehn ehrenamtlichen Helfern. Das sei unter Oberbürgermeister Hans Schröpf besser gelaufen. Sie erklärte außerdem, dass deutsche Bürger bei der Weidener Tafel und bei der Kleiderkammer Berührungsängste mit Flüchtlingen hätten und die Sorge, dass diese ihnen alles wegnehmen würden.

Die Entscheidungsfreiheit, ob man sein Kind frühzeitig in die Kinderkrippe schicke, solle jeder Familie überlassen bleiben, meinte Sabine Zenger. Sie verurteilte den Begriff Herdprämie, sah aber für Kinder aus bildungsschwachen Familien in einer Krippe bessere Entwicklungschancen.

Im Gesundheitswesen sprachen sich die Anwesenden für eine Entschleunigung und den Abbau der Dokumentationspflicht aus. Das Personal arbeite am Limit. Ein Schrittzähler habe belegt, dass eine Krankenschwester in einer Schicht 33 Kilometer zurückgelegt habe. Ärzte am Klinikum würden kaum mehr Deutsch sprechen, während die gut ausgebildeten deutschen Ärzte nach dem Studium ins Ausland abwanderten. MdB Albert Rupprecht berichtete, dass er das geplante Gesetz zur Zusammenlegung der Ausbildung in Alten- und Krankenpflegeberufe nicht unterstütze und versprach, angesprochene Themen aufzuarbeiten.
9 Kommentare
6
Peter Hohlen aus Neustadt am Kulm | 29.04.2016 | 11:28  
36
Hans - Peter Kastner aus Brand | 29.04.2016 | 12:11  
6
Jean Fairtique aus Amberg in der Oberpfalz | 01.05.2016 | 16:33  
56
Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 03.05.2016 | 10:35  
36
Hans - Peter Kastner aus Brand | 04.05.2016 | 15:04  
36
Hans - Peter Kastner aus Brand | 04.05.2016 | 15:16  
6
Veronika Maria Bauer aus Neutraubling | 24.05.2016 | 01:17  
6
Veronika Maria Bauer aus Neutraubling | 24.05.2016 | 01:23  
56
Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 24.05.2016 | 15:59  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.