Kliniken-Chefs und Politiker diskutieren heftig über die Zukunft der Krankenhäuser
Dicke Luft im Augustinergebäude

Das dauert. Gerade reden sich die Vertreter aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie die Macher in Kliniken die Köpfe heiß. Im Konferenzraum im Augustinergebäude geht es um bessere Arbeitsbedingungen für die überlasteten Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Es geht um die Frage der Qualitätssicherung und der damit einhergehenden Bürokratie, durch die weniger Zeit für Patienten bleibt. Zudem ist die Sicherstellung einer hochwertigen und flächendeckenden Notfallversorgung gerade hier im ländlichen Raum Thema. Vor allem aber geht es um eines: ums Geld.

Das fordern die Kliniken vom Bund für ihre Arbeit. Denn über die Betriebskosten der Krankenhäuser wird in Berlin entschieden. Abgeordnete aus der Hauptstadt wie Uli Grötsch aber sehen Forderung nach mehr Geld kritisch. Immer wieder fällt das Schlagwort "bedarfsnotwendige Strukturen". "Das ist ein dehnbarer Begriff, über den ausführlich diskutiert werden muss", findet der SPD-Bundestagsabgeordnete.

"Die Definition ist alles andere als trivial", stimmt Josef Götz, Vorstand der Genossenschaft Klinik-Kompetenz-Bayern (KKB) und der Kliniken AG Oberpfalz Nord, zu. Die KKB hat am Freitag zu dem Regionalgespräch eingeladen, bei dem auch Einigkeit herrscht. Nämlich darüber, dass "Bedarfsnotwendigkeit" zu definieren ist. Stellvertretender Landrat Albert Nickl argumentiert: "Qualität hat ihren Preis. Früher waren Einsparungen durch Strukturveränderungen möglich. Zum Teil waren sie notwendig. Aber das darf nicht zu einer minderwertigen Versorgung im ländlichen Raum führen. Wer also bedarfsorientiert ist, muss Geld bekommen."

Dabei versteht es sich doch von selbst, dass die Kliniken "selbstkritisch nach innen schauen", sagt Siegfried Hasenbein von der Bayerischen Krankenhausplanungsgesellschaft im anschließenden Pressegespräch. Zudem meint er: "Was am Ende aber zählt, ist der Wille des potenziellen Patienten: Das ist der Bürger. Dessen Vertreter sind die Politiker. Sie müssen also entscheiden, was zumutbar ist. Wir Kliniken wirken da nur mit."

Petra Dettenhöfer jagt die Tragweite der Entscheidung schon jetzt Angst ein. Das bekennt die CSU-Landtagsabgeordnete ganz offen. Ist es doch die Landesregierung, die zuständig für die Krankenhausplanung ist. Hasenbein dagegen hofft auf eine große Krankenhausreform, wie sie die Große Koalition dringend angehen sollte. Uli Grötsch (SPD) und Albert Rupprecht (CSU), die beiden Vertreter aus Berlin, hören das nicht mehr. Sie eilen bereits zum nächsten Termin.

Apropos Termin: Einen solchen soll es 2015 für das zweite Regionalgespräch in dieser Besetzung geben. Und in der Zwischenzeit? " Wir gehen für uns die Themen schon mal an", verspricht Josef Götz.
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