Kommentar zum Bundesverkehrswegeplan
Immerwährender Wunschzettel

Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.03.2016
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Die Vorstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans hat einige Jubelrufe ausgelöst. Mal zurecht, mal zu unrecht. Dass es die Nord-Süd-Strecke von Hof nach Regensburg in den vordringlichen Bedarf geschafft hat, ist ein gutes Signal. Der wichtigste Trumpf dabei: Auch die Deutsche Bahn will diesen Ausbau. Eine Elektrifizierung könnte die Region wieder an den Fernverkehr anschließen. Beim Ausbau dürfen aber natürlich die Belange der Anwohner nicht vergessen werden, die eine erhöhte Lärmbelastung fürchten. Mit einer reinen Güterrollbahn jedenfalls wäre der Region nicht geholfen.

Enttäuschend hingegen, dass die West-Ost-Strecken von Nürnberg nach Weiden beziehungsweise Schwandorf und weiter Prag nur am Rande erwähnt werden. Auch wenn sich Politiker nun freuen, zumindest dies erreicht zu haben: die Chancen auf eine Elektrifizierung stehen sehr schlecht. In den vergangenen Jahrzehnten war der Verkehrswegeplan eher ein immerwährender Wunschzettel. Das dürfte sich kaum ändern, denn Geld für alle Projekte wird es auch künftig nicht geben. Grundsätzlich hat die Bundesregierung aber den richtigen Ansatz gewählt. Bestehende Infrastruktur ausbauen, wo es nötig ist. Neubauten nur im Ausnahmefall. Vielerorts ist der laufende Unterhalt von Straßen und Bahnstrecken lange genug vernachlässigt worden.

Entscheidend aber wird am Schluss sein, ob es gelingt, nennenswerte Anteile des Individualverkehrs verlagern. Nur durch einen funktionierenden öffentlichen Schienenverkehr lassen sich die Transportmengen der Zukunft bewältigen. Der Schwerpunkt des Verkehrswegeplans liegt aber weiter beim Straßenbau. Hierin wiederum liegt die größte Schwachstelle des Konzepts.

alexander.raedle@derneuetag.de
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