Kommentar zum Preisverfall in der Landwirtschaft
Der innere Schweinehund kauft mit

Politik
Weiden in der Oberpfalz
26.01.2016
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Wir wissen es doch eigentlich: Der Kauf regionaler Produkte hat nur Vorteile - wir fördern die hiesige Wertschöpfung, unser Geld bleibt "dahoam", wir schützen Arbeitsplätze und Lehrstellen vor Ort, schonen wegen kurzer Wege Tier und Umwelt und von den Produktionsbedingungen am Hof können wir uns mit eigenen Augen überzeugen. Nach dieser Logik müssten Hofläden boomen.

Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Der Handel schmückt sich zwar gerne mit dem positiv besetzten Label "Aus der Region" oder einer Initiative "Tierwohl". Aber deren Anteil an der Produktpalette bleibt verschwindend gering, obwohl unsere Landwirte das doppelte Volumen liefern könnten. Theoretisch hätte der Verbraucher die Macht, dies zu ändern.

Aber unser innerer Schweinehund sieht das anders. Wenn wir nach Feierabend noch schnell zum Einkaufen hetzen, soll im Supermarkt die Auswahl aus aller Welt verfügbar sein. Der Hunger kauft mit: Von Produktmanagern appetitanregend verpackte Industrieware wandert in den Wagen, am regionalen Fach schieben wir achtlos vorbei. Am Kassenzettel können wir ablesen: Besonders billig war das Festschmaus der Lebensmittelindustrie nicht. Fürs gleiche Geld hätten wir auch was Gescheites bekommen.

juergen.herda@derneuetag.de
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