Kommentar zum Vorschlag, Bayern solle seine Grenzen selbst kontrollieren
Jochim Herrmann und die Sorge um die Sicherheit

Politik
Weiden in der Oberpfalz
28.12.2015
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Was waren das für Zeiten: In weiten Teilen der EU gingen die Bürger auf Reisen, überwanden Grenzen ohne Papiere vorzeigen zu müssen, vielerorts gab es nicht einmal mehr Schlagbäume Kontrollstellen, so sie denn nicht abgebaut worden waren, waren diese unbesetzt und moderten vor sich hin. Aber heute - im Zeichen der ungebremsten Zuwanderung nach Europa - bauen einige Staaten wieder Zäune auf. Grenzkontrollen sind mancherorts wieder Alltag.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sieht - besonders nach den Anschlägen von Paris - die innere Sicherheit Deutschlands in Gefahr. Er möchte am liebsten die Bundespolizei an Deutschlands Grenzen mit bayerischen Polizisten verstärken.

So sehr man des Ministers Sorge um die Sicherheit des Landes versteht: Woher sollen denn die Beamten kommen, die ihre Kollegen unterstützen? Bereits heute ist die Personaldecke so dünn, dass kleinere Polizeistationen im Freistaat des Nachts ihre Pforten geschlossen haben, weil Beamte fehlen. Festumzüge, Fußballspiele, Politiker-Treffen, die organisierte Kriminalität, Terrorismus und und und: Die Aufgaben der Polizei sind so vielfältig wie personalintensiv, dass es fast schon fahrlässig wäre, den noch im Dienst befindlichen Frauen und Männern weitere aufzubürden.

Der Polizist dein Freund und Helfer: Für viele Beamte ist das sicherlich auch heute noch ein Anlass, diese oft nicht einfache und für sie manchmal auch lebensgefährliche Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen zu machen. Aber sie brauchen dazu auch einen Dienstherren, der sie nicht mit nicht ausgegorenen Vorschlägen verunsichert. So möchte man zu Herrmanns Forderung sagen: Gut gebrüllt (bayerischer) Löwe, aber mehr Substanz sollten die in den Raum gestellte Pläne haben.

martin.bink@derneuetag.de
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