Kommentar zur Suche nach einem Atommüll-Endlager
Bis in alle Ewigkeit

Politik
Weiden in der Oberpfalz
30.06.2016
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Der Freistaat ist so frei, ein Jahrhundert-Problem abzuschütteln. Umweltministerin Ulrike Scharf: "Die Gesteine in Bayern sind nicht für ein Endlager geeignet - das gilt für Granit, Ton und Salz." Aus, Ende, Amen. Wenn es nur so einfach wäre. Die CSU ist gut beraten, diese Basta-Politik zu beerdigen. Die Suche nach einem Standort ist ergebnisoffen. Nicht mehr und nicht weniger hat die Endlagerkommission festgestellt. Scharfs scharfe Töne hin oder her.

Die Lösung des Problems haben jetzt schon fast Generationen von Politikern ausgesessen. Und es ist ja nicht so, dass sich ausgerechnet die CSU einst als großer Kernkraft-Kritiker hervorgetan hätte. Vor Fukushima galt bei der Staatsregierung die Atomenergie als Heilsbringer für Wohlstand und Umweltschutz.

Nun haben wir den Salat in Form von strahlendem Atommüll in Castoren. Sie liegen in den Zwischenlagern und warten auf ihre endgültig letzte Ruhestätte. Der Geduldsfaden der Anwohner von Atomkraftwerken hält nicht ewig. E s ist ihnen kaum zu vermitteln, dass sie auch nach dem baldigen Ausschalten der Reaktoren noch Jahrzehnte mit der strahlenden Gefahr vor der Haustür zu leben haben.

Es wurde viel zu lange gepennt. Die Suche nach einem Endlager muss nach den Empfehlungen der Kommission endlich durchstarten. Ohne den Blick auf den Wahl-Kalender. Transparenz, Ehrlichkeit und wissenschaftliche Gründlichkeit sind die Grundvoraussetzungen für ein Gelingen dieser Aufgabe. Ein Projekt fast bis in alle Ewigkeit. Scharf- und Panikmacher gehören endgültig in die Tonne.

frank.werner@derneuetag.de
2 Kommentare
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 01.07.2016 | 10:56  
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Maria Estl aus Pullenreuth | 01.07.2016 | 13:38  
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