Landesversammlung der Arbeitnehmer-Union CSA
Soziales Gewissen der CSU

CSA-Landesvorsitzender Joachim Unterländer (rechts) begrüßt Hauptredner Albert Füracker (Dritter von links). Bild: sbü

Der Ministerpräsident hatte abgesagt, Staatssekretär Albert Füracker sprang für ihn in die Bresche. Über mangelndes Lob brauchte sich die Arbeitnehmer-Union CSA in der CSU aber bei ihrer Landesversammlung in der Weidener Max-Reger-Halle trotzdem nicht beklagen.

Hauptredner Fürackers Ansprache löste langen Beifall aus, hatte er doch viele Positionen der CSA auch als Meinung der bayrischen Staatsregierung bestätigt. "Die CSA ist das soziale Gewissen der CSU", stellte Füracker fest. Sie sei "unverzichtbar".

Das Thema Rente nannte Füracker "eine Lebens- und Überlebensfrage für die Gesellschaft und die CSU". Altersarmut müsste dringend verhindert werden, sonst bestehe Gefahr, "dass Rattenfänger dieses Thema aufgreifen". Antworten müssten noch vor der nächsten Bundestagswahl gegeben werden. Füracker wollte auch das umlagefinanzierte Rentensystem nicht in Frage stellen, man müsse aber Ergänzungen finden. Ziel müsse sein, das Rentenniveau mindestens zu halten, aber "wir brauchen höhere Zinsen, sonst kommt das ganze Gefüge von Banken und Altersvorsorge ins Wanken".

Ausdrücklich setzte sich Füracker auch für volle Ausdehnung der Mütterrente auf Mütter mit Kindern vor dem Geburtsjahr 1992 ein. Für ihn ist dies "eine Gerechtigkeitsfrage". Ein eindeutiges "Ja" war auch zum Mindestlohn zu hören. Reduziert werden müsse die "Mindestlohnbürokratie". "Die CSU muss die Partei des kleinen Mannes sein", meinte Füracker. Dies dürfe aber nicht auf dem Weg "die Starken zu schwächen" gewährleistet werden.

Landesvorsitzender Joachim Unterländer verwies auf die Grundsatzpositionen der CSA: "Wir sind Verfechter der katholischen Soziallehre und der evangelischen Sozialethik". Fehlentwicklungen gebe es im Arbeitsrecht. Deshalb setze sich die CSA gegen Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit ein. In der Gesundheitspolitik sei es laut Unterländer nicht akzeptabel, dass auf Dauer Arbeitnehmer höhere Beiträge als Arbeitgeber zahlen müssen.

Bei den Neuwahlen wurde Unterländer im Amt bestätigt. Stellvertreter bleiben Reiner Meier und Ursula Henseler. Neuer Stellvertreter ist Oliver Antretter.
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 21.11.2016 | 10:20  
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