Lebenslang für den Mörder

Die 1. Strafkammer des Amberger Landgerichts verkündete am Freitagvormittag das Urteil: Hermann K. muss wegen Mordes eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Bild: Steinbacher
Politik
Weiden in der Oberpfalz
11.04.2015
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Er handelte heimtückisch und ist ein Mörder. Alle Versuche, sein Verbrechen auf die Stufe eines Totschlags im Affekt zu bringen, halfen dem 47-jährigen Hermann K. nicht. Er muss nach dem Urteil des Schwurgerichts eine lebenslange Haftstrafe verbüßen.

Als die Richterin Roswitha Stöber das Urteil verkündete, saßen zwei Kriminalbeamte mit im Zuhörerraum, den man schon lange davor wegen Überfüllung geschlossen hatte. Was sie während der Ermittlungen geleistet hatten, konnte nur an den vielen Aktenordern gemessen werden. Eine Arbeit, die sich über Monate hinzog.

Diese Bemühungen mündeten in ein Urteil, das letztlich von Beobachtern mit Spannung erwartet wurde. Totschlag oder Mord? Diese Frage wurde heftig diskutiert. Jetzt ist sie beantwortet: Der 47-jährige Hermann K. ist ein Mörder, der seine Ehefrau Heike (38) in der Nacht zum 11. Februar 2014 in einem Schnaittenbacher Mehrfamilienhaus mit 52 Messerstichen und -schnitten auf grausame Weise tötete. "Sie hatte keine Chance, war arg- und wehrlos", sagte die Schwurgerichtsvorsitzende Roswitha Stöber in der Urteilsbegründung.

Ehe war gescheitert

Heike K. wollte sich trennen, die Ehe war gescheitert. Daran bestand für die Richter kein Zweifel. Die Mutter dreier Kinder soll dann wenige Minuten vor dem nach Ansicht des Schwurgerichts "mit drei Messern erfolgten Angriff" ihrem Gatten intime Einzelheiten aus der Beziehung zu einem elf Jahre jüngeren Liebhaber gestanden haben. Das habe letztlich bei ihm für einen "Blackout" gesorgt, hatte Hermann K. beteuert. Doch solche Äußerungen verwiesen die Richter in den Bereich der Fabel. "Was hätte diese Frau tun sollen?", fragte die Gerichtsvorsitzende in ihrer eineinhalbstündigen Begründung. Sie sei der Attacke hilflos ausgesetzt gewesen, habe sich mit Händen gewehrt.

Hatte sie zu Beginn der Auseinandersetzung ein Messer unter dem Sofakissen hervorgeholt, ihren Mann damit bedroht, gar angegriffen? Auch das, hieß es, sei nicht der Fall gewesen. Bei ihrer Spurensicherung hatten Fahnder ein aufgeschlitztes Sofa und einen zertrümmerten Computer vorgefunden. Das sei seine Frau gewesen, behauptete Hermann K. während des neuntägigen Prozesses. Auch dies habe er selbst getan, schrieben ihm die Richter zu. Sie gingen außerdem von voll vorhandener Schuldfähigkeit aus und erinnerten daran, dass der 47-Jährige nach seiner Bluttat eher ruhig vor dem Haus gestanden und geäußert habe: "So geht es Menschen, die lügen und betrügen."

Journalistin angegriffen

"Auf Mord steht nur eine Strafe. Und die heißt lebenslang", hatte der Leitende Oberstaatsanwalt Harald Riedl in seinem Plädoyer gesagt. Dieser Auffassung schloss sich das Schwurgericht an. Hermann K., in den Tagen zuvor immer wieder wegen seiner rüden Zwischenrufe gerügt, schwieg während der Urteilbegründung.

Doch als ihn dann zwei Polizisten abführten, schlug er vor dem Sitzungssaal einer Journalistin die Kamera aus der Hand. Ein Abgang, der zu ihm passte. (Kommentar)
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