Mahnwache in Gedenken an den Super-GAU
Fukushima strahlt noch immer

Im Gedenken an die Opfer des Reaktorunglücks von Fukushima hielten Mitglieder der Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen Weiden-Neustadt und der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) gemeinsam mit Passanten eine Schweigeminute ab. Bild: Kunz

"Fünf Jahre nach dem Super-GAU in Japan hausen noch immer rund 100 000 Menschen in Notunterkünften, weil ihre Heimat verstrahlt und unbewohnbar ist", erklärte Dr. Bertheide Nickl von den Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) am Samstagvormittag bei einer Mahnwache vor dem Alten Rathaus. Noch immer fließe radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer.

"Wind und Regen tragen strahlende Partikel übers Land. Die Schilddrüsenkrebsrate bei Kindern und Jugendlichen steigt drastisch an. Ein Ende der Atom-Katastrophe ist nicht abzusehen." Mit ihrer Mahnwache am Brunnen vor dem Alten Rathaus erinnerten die Atomkraftgegner an den dreifachen Super-GAU und seine Folgen.

Um 10.50 Uhr hielten sie in Gedenken an die Opfer mit Passanten um einen Kreis brennender Kerzen eine gemeinsame Schweigeminute. Zugleich protestierten sie mit dieser Mahnwache auch gegen den Weiterbetrieb und die drohende milliardenschwere Steuerbefreiung für die acht noch laufenden AKW. Bundesweit gab es ähnliche Aktionen.

"Erst soll die Allgemeinheit für einen Großteil der Atommüll-Kosten aufkommen. Jetzt wollen CDU und CSU auch noch die Brennelemente-Steuer abschaffen und den AKW-Betreibern so weitere fünf Milliarden Euro schenken." Dies betonte Hilde Lindner-Hausner von der Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen Weiden-Neustadt. Sie forderte: "Keine Steuerbefreiung für AKW."

An ihrem Infostand verdeutlichte die Gruppe außerdem die brenzlige Situation der atomaren Zwischenlager. Speziell machten die Demonstranten auf das Atomkraftwerk Isar bei Landshut sowie auf die geplanten AKW-Neubauten im benachbarten Ausland - wie Ungarn, Tschechien und Polen - aufmerksam. Es gelte zu verhindern, dass, während Deutschland aus der Kernkraft aussteige, im benachbarten Ausland subventionierte Kernkraftwerke für den deutschen Bedarf gebaut würden, appellierten sie.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.