Möglicherweise zwei Abgeordnete über die Liste - SPD behält zwei Sitze - FDP am Boden
CSU-Triumph in der Oberpfalz: Hoffnung auf sechs Mandate

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Politik
Weiden in der Oberpfalz
23.09.2013
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Es ist die Nacht, mit der die Oberpfälzer CSU in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet hatte. Höchstwahrscheinlich ziehen sechs Abgeordnete aus dem Bezirk in den Bundestag ein - vier per Direktmandat, zusätzlich zwei über die Liste.

Bis Redaktionsschluss hatten weder AfD noch FDP den Sprung in den Bundestag geschafft und damit den Christsozialen das Ticket nach Berlin gesichert. Barbara Lanzinger aus Amberg, die bereits von 2002 bis 2005 im Reichstag saß, darf dank des starken CSU-Ergebnisses die Koffer sicher packen. Die Frauen-Union-Bezirkschefin zeigte sich überglücklich über das Ergebnis. Reiner Meier aus Tirschenreuth, Büroleiter von Horst Seehofer, kann sich auch mehr als berechtigte Hoffnungen auf das Mandat machen. Astrid Freudenstein aus Regensburg ist die erste Nachrückerin.

Die Christsozialen im Höhenflug: Die CSU steigert sich in der Oberpfalz auf 52,1 Prozent (2009: 44,7 Prozent). Die SPD holte 20,0 Prozent (17,8 Prozent). Die FDP stürzte auf 3,8 Prozent ab (12,5 Prozent). Die Grünen fielen auf 6,2 Prozent (8,2 Prozent). Die AfD kam im Bezirk auf 3,6, die Freien Wähler auf 4,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung sank auf 68,6 Prozent (70,1). CSU-Bezirksvorsitzende Emilia Müller freute sich über das "sehr gute Ergebnis in der Oberpfalz und den Lohn der Arbeit." Durch die Listenmandate gehe vor allem die nördliche Oberpfalz gestärkt hervor. Bei den Direktmandaten setzten sich die CSU-Kandidaten klar durch. Stimmenkönig ist Alois Karl : Er erreichte im Wahlkreis Amberg 58,4 Prozent der Erststimmen, Brigitte Bachmann von der SPD 20,9 Prozent. In Schwandorf kam Karl Holmeier auf 57,7 Prozent. Das Abschneiden der Union bezeichnete Holmeier als "hervorragend": "Unsere gute Arbeit hat Früchte getragen." SPD-Gegenkandidatin Marianne Schieder verbuchte 24,8 Prozent. In Weiden holte sich Albert Rupprecht mit 55,1 Prozent wieder klar das Mandat, Uli Grötsch (SPD) erzielte 22 Prozent. In Regensburg siegte der bisherige Landtagsabgeordnete Philipp Graf von und zu Lerchenfeld mit 48,3 Prozent. Er übernimmt das Mandat von Peter Aumer , der 2014 bei den Landratswahlen in Regensburg antritt. Er könne sich "Schwarz-Grün als interessante Alternative vorstellen, aber die Grünen werden das nicht machen", sagte Lerchenfeld. SPD-Kandidat Karl Söllner scheiterte mit 21,9 Prozent. SPD-Bezirksvorsitzender Franz Schindler aus Schwandorf zeigte sich schwer enttäuscht: "Das ist eine bittere Niederlage für die SPD. Das Ziel einer rot-grünen Regierung ist krachend gescheitert." Die Oberpfälzer SPD habe mit zwei Mandaten ihr Minimalziel wieder erreicht. Schindler: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen, mehr nicht." Zudem schaffte der gebürtige Oberpfälzer Florian Post aus Leuchtenberg (Kreis Neustadt/WN) über die SPD-Liste den Einzug in den Bundestag. Er trat im Wahlkreis München-Nord an.

Meierhofer: Kein Plan B

Traurig und enttäuscht reagierte der bisherige FDP-Bundestagsabgeordnete Horst Meierhofer aus Regensburg auf das Wahldebakel seiner Partei. Selbstkritisch blickte er auf die Rolle der Liberalen in der schwarz-gelben Regierungskoalition. Die FDP habe anfangs viel versprochen, dadurch sei der Eindruck entstanden, dass sie nicht alles erfüllen konnte. Die Bundeskanzlerin hingegen habe die Erfolge der Regierung bei der CDU verortet. "Merkel hat alles richtig gemacht." Wie es bei ihm persönlich weitergeht, konnte Meierhofer am Sonntagabend noch nicht sagen. "Ich hatte keinen Plan B."
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