Nach Neustadt und Tirschenreuth „deutliches Votum“ für Direktkandidaten
Auch Weidener CSU für Rupprecht

Politik
Weiden in der Oberpfalz
10.04.2016
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Weiden/Neustadt. Bei den Christsozialen in der Nordoberpfalz glühten am Wochenende die Drähte. Wie berichtet, will sich "Listen"-MdB Reiner Meier (62) um das Direktmandat von MdB Albert Rupprecht (47) bewerben. Bei diesem parteiinternen Kampf gerät Meier jedoch immer mehr in eine Außenseiter-Rolle.

Nach den unmissverständlichen Aussagen der CSU-Kreisvorsitzenden Landrat Andreas Meier (Neustadt) und MdL Tobias Reiß (Tirschenreuth) für Rupprecht als neuerlichen Direktkandidaten gab am Wochenende auch die Weidener CSU ein "deutliches Votum" für den Albersriether ab. Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer verwies auf die starke Leistung Rupprechts gerade beim Erhalt der Ostmarkkaserne. Am Rand der Fraktions-Klausurtagung in Tännesberg empfahlen die etwa 25 Anwesenden gleichzeitig, Reiner Meier auf der Liste mit "aller Kraft" zu unterstützen.

"Grenzen des Anstandes"


MdB Meier ließ am Samstag verlauten, er verstehe die Aufregung nicht so recht. "Die CSU ist eine demokratische Partei und in einer Demokratie ist es das Natürlichste der Welt, wenn die Basis eine echte Wahl hat." Getroffen habe ihn die ungerechtfertigte Behauptung des Neustädter Landrats, er habe eine Krankheit Albert Rupprechts ausgenutzt. "Ich war an der Seite von Horst Seehofer, als er vor einigen Jahren lebensgefährlich krank war. Das hat mich nachhaltig geprägt. In der Politik gibt es für mich ganz klare Grenzen des Anstandes." Hinter den Kulissen hatten sich in den vergangenen Wochen die Vermutungen verdichtet, dass Meier gegen Rupprecht antreten will. So führte MdB Meier Ende März nach eigenem Bekunden ein "langes Vieraugengespräch" mit Landrat Meier.

"Herr MdB Meier hat mir gegenüber nur gesagt, er sei in der ,Entscheidungsfindung', ob er kandidiert oder nicht und hat mich um meine Meinung gebeten", sagt dazu Andreas Meier. Er habe deutlich gemacht, dass er persönlich und der Kreisverband Neustadt "geschlossen hinter Rupprecht stehen" und ihn deshalb für das Direktmandat nicht unterstütze. "Danach ist er auch ziemlich schnell wieder gegangen", erinnert sich Landrat Meier.

MdB Meier greift Reiß an


Dem Vernehmen nach ging MdB Meier am Rande einer CSU-Veranstaltung in Waldershof heftig MdL Reiß an, weil sich dieser in Abstimmung mit dem geschäftsführenden Kreisvorstand für Rupprecht ausgesprochen hat. Meier: "Es stellt einen äußerst ungewöhnlichen Vorgang dar, wenn sich der Kreisvorsitzende öffentlich äußert, ohne zuvor seinen Kreisvorstand formal einzubeziehen." Dies sei umso überraschender, da es um die Kandidatur eines Mitglieds des eigenen Vorstandes gehe. Er habe aber "Herrn Reiß weder angegangen noch ihm gedroht".
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