Nachbarn sind gegen Asylbewerber in ehemaliger Druckerei Kießling
Asyl auf teurem Pflaster

Die ehemalige Druckerei Kießling in der Tannenbergstraße, 1963 eröffnet, 2011 verkauft. Nun plant der Eigentümer die Umwidmung in eine Asylbewerberunterkunft. Bild: Huber

In einem von Weidens teuersten Wohnvierteln regt sich Widerstand. Die Nachbarschaft hat offenbar etwas dagegen, dass in die ehemalige Druckerei Kießling (Tannenbergstraße) Asylbewerber einziehen.

Eigentlich spricht nichts gegen das Projekt im Weidener Osten. Das Grundstück ist ohnehin als "Mischgebiet" ausgewiesen, schließlich herrschte hier knapp 50 Jahre Betrieb in der Druckerei Kießling. Der jetzige Eigentümer, der das Areal 2011 von der Familie Kießling erworben hat, plant nun die Umwidmung des Gebäudes in eine Asylbewerberunterkunft. Etwa 34 Flüchtlinge sollen unterkommen.

"Kein Hinderungsgrund"

Bei der Stadt hat der Weidener einen Vorbescheid beantragt. Den hätte die Verwaltung selbst erteilen können. Sie spielt den Ball dann aber doch lieber an die Politik weiter: "Wegen der eingegangenen Einwendungen der Nachbarn", wie es im Vorlagebericht heißt, soll sich am Donnerstag der Bauausschuss (14.30 Uhr, Neues Rathaus) mit dem Thema befassen.

"Eine Kulanzgeschichte", sagt Baudezernent Hansjörg Bohm. Laut Vorlagebericht ist "die geplante Umnutzung des Gebäudes ohne Befreiungen zulässig". Auch Alois Lukas, Sprecher der CSU im Bauausschuss, kann "keinen Hinderungsgrund erkennen". Im Vordergrund müsse die Hilfe für die Flüchtlingen stehen. "Eine Ausnahmesituation."

Was also spricht aus Sicht der Nachbarn dagegen? "So weit ich gehört habe, befürchten die Eigentümer eine Minderung der Objekt- und Mietpreise", berichtet einer. Das Umfeld, eine der teuersten Wohngegenden Weidens, wäre aus ihrer Sicht "nicht das richtige" für Asylbewerber.

Eigentümer will sich noch nicht äußern

Andere Nachbarn können sich nicht vorstellen, dass der Grundstücksbesitzer das Projekt ernsthaft verfolgt. Gegen das ursprüngliche Vorhaben - ein großes Mehrparteienwohnhaus - wehren sie sich bereits gerichtlich. Eine Asylbewerberunterkunft "passt überhaupt nicht zu den bisherigen Plänen", heißt es. Alles nur eine Finte des Bauherrn also, um die Nachbarn zu schocken?

Oder erkennt er die Chance auf eine vorübergehende "Einnahmequelle", so lange seine ursprünglichen Pläne blockiert sind? Auf Anfrage unserer Redaktion will sich der Eigentümer noch nicht äußern: "Das ist erst sinnvoll, wenn der Bauausschuss entschieden hat."
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